Politiker aus dem Kreis Uelzen argumentieren mit gestiegenen Baukosten

Grüne fordern Planungsstopp für A39

Die Autobahn mündet derzeit in Bundesstraßen. Die Planungen für den Lückenschluss sollten eingestellt werden, meinen Grünen-Politiker aus dem Landkreis Uelzen.
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Die Autobahn mündet derzeit in Bundesstraßen. Die Planungen für den Lückenschluss sollten eingestellt werden, meinen Grünen-Politiker aus dem Landkreis Uelzen.
  • Norman Reuter
    vonNorman Reuter
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Grüne im Landkreis Uelzen fordern einen Planungsstopp zur A39. Anlass ist eine Auskunft zu den Baukosten. Der Lückenschluss sei viel zu teuer, es werde zu viel Umwelt zerstört und sie habe zu wenig Nutzen, sagen die Grünen.

Uelzen/Landkreis – Grüne im Landkreis Uelzen fordern einen Planungsstopp zur A39. Anlass ist eine Anfrage, die der Bundestagsabgeordneten Sven-Christian Kindler (Grüne) aus Hannover an das Bundesverkehrsministerium gestellt hatte und zu der er jetzt Antworten erhielt. Demnach liegen die Bauskosten für den 106 Kilometer langen Lückenschluss der A39 zwischen Wolfsburg und Lüneburg nun bei 1,352 Milliarden Euro. Die Grünen verweisen darauf, dass 2016 bei der Novelle des Bundesverkehrswegeplans die Kosten noch mit 1,083 Milliarden Euro angegeben worden waren.

Heiner Scholing, Vorsitzender der Grünen im Kreis Uelzen: „Wer an den Planungen zur A39 festhält, betreibt eine Verkehrspolitik von vorgestern. Viel zu teuer, zu viel zerstörte Umwelt, zu wenig Nutzen.“ Es sei höchste Zeit, dass die Politik sich von diesen Planungen endlich verabschiede.

Markus Jordan, der für den Wahlkreis Celle-Uelzen für den Bundestag kandidiert, schließt sich dem Ruf nach einem Planungsstopp an. „Wir brauchen ein Klima-Moratorium beim Autobahn und dafür mehr Investitionen in das Schienennetz, in den Ausbau des Fahrradverkehrs und in die Infrastruktur der E-Mobilität. Viel Geld in sinnlose Projekte zu stecken, können wir uns nicht mehr leisten.“

Die Grünen argumentieren auch, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis gesunken sei. Von 2,1 auf 1,8. Dazu die Grünen-Bundestagsabgeordnete Julia Verlinden aus Lüneburg: Die A39 sei Paradebeispiel dafür, was in dem von der CSU geführten Bundesverkehrsminister grundsätzlich falsch laufe. Von Anfang an seien die Kosten künstlich niedrig und der vermeintliche Nutzen hochgerechnet worden.

Den Antworten des Bundesverkehrsministeriums an Sven-Christian Kindler ist zu entnehmen, dass unter Berücksichtung des Baupreis-Indexes das Projekt auch bei einem Kosten-Nutzen-Verhältnis wirtschaftlich sei. Aktuell laufen für die ersten Bauabschnitte noch die Planverfahren, die abgeschlossen sein müssen, bevor für die Teilbereiche ein Spatenstich erfolgen kann. Der geplante Bau des Lückenschlusses hat in den vergangenen Jahren immer für Diskussionen gesorgt. In einer von der IHK Lüneburg-Wolfsburg in Auftrag gegebenen Umfrage sprachen sich im Jahr 2015 gut 82 Prozent der Teilnehmer aus dem Landkreis Uelzen für den Lückenschluss aus.

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