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Uelzener Glasfasernetz auf der Zielgeraden

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Von: Norman Reuter

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Rohre und Kabel sind in den vergangenen Jahren im gesamten Landkreis verlegt worden, um unterversorgte Gebiete mit schnellem Internet auszustatten. Von 1324 Kilometern an Rohren liegen jetzt 1239.
Rohre und Kabel sind in den vergangenen Jahren im gesamten Landkreis verlegt worden, um unterversorgte Gebiete mit schnellem Internet auszustatten. Von 1324 Kilometern an Rohren liegen jetzt 1239. © dpa

Mehr als 90 Prozent bei den Tiefbauarbeiten zum Glasfasernetz sind abgeschlossen. Nach Auskunft von Projekt-Verantwortlichen ist es realistisch, dass im Oktober alles fertig ist. Es gibt aber auch schon wieder neue Pläne. 

Uelzen/Landkreis – Bei den Tiefbau-Arbeiten zum Glasfasernetz befindet sich der Landkreis Uelzen nunmehr auf der Zielgeraden. Von 1324 Kilometern an Rohren für Glasfaser-Anschlüsse, durch die ein schneller Datenaustausch in bisher stark unterversorgten Gebieten des Landkreises sichergestellt wird, sind nunmehr 1239 Kilometer verlegt. Das entspricht 93 Prozent der Baustrecke.

Geführt werden Glasfaser-Stränge bei dem Projekt bis an Häuser heran. Insgesamt 12 510 Gebäude werden übers Netz erschlossen, von denen bisher gut zwei Drittel über einen Anschluss verfügen. Genau gesagt: 8389.

Das Glasfasernetz wird bisher von rund 6900 Haushalten aktiv genutzt. Die Differenz zwischen realisierten Anschlüssen und Nutzern erkläre sich durch teilweise noch bestehende Altverträge mit Telekommunikationsunternehmen, sagte Sebastian Stark vom Landkreis in der jüngsten Sitzung des Kreis-Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Digitalisierung. Erst nach deren Auslaufen erfolge der Wechsel zum Glasfasernetz, das von der Lünecom betrieben werde.

Der Aufbau des Glasfasernetzes wird am Ende weit mehr Zeit in Anspruch genommen haben als geplant. Mehrere ursprünglich angekündigte Termine zum Projekt-Abschluss konnten nicht gehalten werden – mal weil nasse Böden zum Problem wurden, mal weil Personal fehlte oder sich die Corona-Pandemie auswirkte.

Der Landkreis geht nun von einem Projekt-Ende im Oktober dieses Jahres aus. „Es sieht gut aus, dass wir das erreichen“, so Sebastian Stark. Beginn der Arbeiten war im November 2017.

Klar ist bereits: Beim Aufbau des Glasfasernetzes für stark unterversorgte Gebiete soll es nicht bleiben. Der Landkreis arbeitet bereits daran, die Angebote mit schnellem Internet in der Region weiter auszubauen.

Dazu muss man wissen: Kommunen wie dem Landkreis Uelzen war es bislang in Sachen schnelles Internet dort erlaubt einzugreifen, wo sich private Telekommunikationsunternehmen rar machten oder aber nur geringe Bandbreiten anboten (sogenannte weiße Flecken). Der Schwellenwert von 30 Mbit ist inzwischen veraltet. Kommunen können nun auch in besser versorgten Gebieten tätig werden (sogenannte graue Flecken), wobei Bund und Länder dafür Fördergelder bereitstellen. Eine Ausnahme gibt es: „Wir dürfen überall in den grauen Flecken ausbauen, außer in den Gebieten, die von Kabel Deutschland/Vodafone erschlossen sind“, schildert Marlis Kämpfer, Projektverantwortliche für das Glasfasernetz.

Etwa 1900 Adressen hat der Landkreis im Blick, die in grauen Flecken liegen und von einem weiteren Ausbau des Glasfasernetzes profitieren könnten. Dieser Ausbau ist geplant – nach einem vorgeschalteten Markterkundungsverfahren würden Bauarbeiten ab 2023 angestrebt, sagt Sebastian Stark.

Eine schnelle Internet-Verbindung im Haus, die in Pandemie-Zeiten Homeoffice und Homeschooling ermöglicht, ist das eine; eine flächendeckende, stabile Mobilfunkverbindung ist das andere. Auch hier will, so wurde im Ausschuss deutlich, der Landkreis nicht untätig sein, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Beispielsweise für den Einsatz von Robotern auf Feldern oder aber auch fürs autonome Fahren brauche es ein flächendeckendes Mobilfunknetz nach dem 5G-Standard, erklärte die beim Landkreis für diesen Bereich zuständige Mitarbeiterin Sandra Suck. Zwei Wege führten dorthin: Zum einen könnten private Telekommunikationsunternehmen dabei zu unterstützt werden, dass sie das Funknetz erweitern. Zum anderen könnte der Kreis selbst Lücken im Netz schließen, indem, wie beim Glasfasernetz, auch die technischen Voraussetzungen geschaffen werden. In diesem Fall wären Masten zu errichten, die dann vermietet würden.

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