„Viel zu spät und viel zu langsam“

Uelzener Gastronomen kritisieren verspätete Corona-Novemberhilfen

Die Zanzibar in Uelzen bietet zwar Speisen zum Mitnehmen an, auf die Corona-Novemberhilfen ist man aber trotzdem angewiesen.
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Die Zanzibar in Uelzen bietet zwar Speisen zum Mitnehmen an, auf die Corona-Novemberhilfen ist man aber trotzdem angewiesen.

Uelzen – Der verlängerte Lockdown stellt viele Betriebe auch in Uelzen vor erhebliche Probleme.

An der Zwangsschließung haben vor allem die Gastronomen der Hansestadt zu knabbern: Das wichtige Weihnachtsgeschäft bricht nahezu komplett weg, einzig mit Außer-Haus-Verkauf kommen noch ein paar Einnahmen rein.

Umso schwieriger gestaltet sich die Lage, wenn die für November versprochenen Corona-Hilfen nicht fließen. Erst seit dieser Woche können die Gelder überhaupt erst beantragt werden.

„Das wird Ostern, bis die das fertig haben“, ärgert sich Sebastian Kühl, Geschäftsführer der Zanzibar. „Das ist alles viel zu spät und viel zu langsam.“ Kühl rechnet damit, dass die verspäteten Hilfen vielen Gastronomen den Kopf kosten werden, denn Zahlungen etwa ans Finanzamt würden trotzdem fällig. Zudem kritisiert er die Höhe der Hilfen. 75 Prozent des durchschnittlichen Wochenumsatzes aus dem November 2019 soll gezahlt werden – abzüglich etwa der Einnahmen aus dem Außer-Haus-Verkauf. Dies sei „ein Tropfen auf den heißen Stein“, meint Kühl.

Das Einstein bietet Außer-Haus-Verkauf an.

Gedrückte Stimmung auch bei Dalibor Jovicic vom Einstein: „Es zieht sich alles dermaßen in die Länge. Das macht keinen Spaß mehr.“ Er habe fest mit dem zusätzlichen Geld gerechnet, denn laufende Kosten gebe es weiterhin. Jetzt hofft Jovicic, dass die finanzielle Hilfe im Dezember ausgezahlt wird.

René Haaker vom Holdenstedter Hof blickt etwas gelassener in die Zukunft. Der Außer-Haus-Verkauf laufe so gut, dass man die Novemberhilfen noch nicht eingeplant habe. Besorgter blickt er jedoch auf den Dezember. Dieser sei eigentlich „der allerstärkste Monat im Jahr“. Durch die Schließung brechen laut Haaker jetzt jedoch Einnahmen weg, die eigentlich für die ruhigen Monate von Januar bis März benötigt werden. Haaker ist sich sicher: „Das wird vielen Betrieben das Genick brechen.“

Ein Statement des zuständigen Bundeswirtschaftsministeriums zu den verspäteten Hilfen lag bis Redaktionsschluss noch nicht vor.

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