Hunderte Atomkraft-Gegner protestierten in Uelzen, Suderburg und Bienenbüttel

Uelzener fordern Castor-Stopp

„Wir stellen uns quer“: Castor-Gegner aus Uelzen.

Uelzen/Landkreis. Beim bundesweiten „Strecken-Aktions-Tag“ am vergangenen Sonnabend waren auch im Landkreis Uelzen hunderte Atomkraft-Gegner aktiv.

Am Hundertwasser-Bahnhof in Uelzen, an den Bahnhöfen in Suderburg und in Bienenbüttel versammelten sie sich, um auf die Gefahren und die Unverantwortlichkeit von Atommülltransporten hinzuweisen.

„Wir stehen hier an einer Hochgeschwindigkeitsstrecke“, warnte in Uelzen Alfred Fahldieck von der Uelzener Bürgerinitiative (BI) gegen Atomkraft, „ein Unfall kann ein großes Gebiet unbewohnbar machen.“ Atommüll sei mehr als nur normales Gefahrengut, und Bahn-Unfälle wie vor Jahren in Eschede könne niemand ausschließen, stellte Fahldieck verantwortliches Handeln der Politik in Frage.

Vor dem Bahnhof demonstrierten Hunderte. Fotos: Jansen

Großeltern, Eltern, Kinder und Enkelkinder forderten auf Transparenten den Ausstieg aus der Atomenergie und den Stopp der Atomtransporte. „Wir stehen hier für eine gesunde Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder“, sagte Fahldieck, „denen wir strahlende Gesichter, aber keine Verstrahlung wünschen.“ Unverantwortlich sei die Strahlenbelastung, die Anwohnern an der Strecke und dem Begleitpersonal zugemutet werde, wirft die Bürgerinitiative den Verantwortlichen Tricksereien bei den Grenzwerten vor. Bei der Überprüfung dieser Strahlenwerte durch von Greenpeace beauftragte Wissenschaftler sei herausgekommen, dass in den vergangenen Jahren die Berechnungsmethode durch den Betreiber, die Gesellschaft für Nuklear-Service, eine Tochterfirma der Atomkonzerne, dreimal geändert worden sei.

Die Bürgerinitiative fürchtet, dass der Castor-Transport Ende November wie in den Vorjahren wieder auf der Schiene über die Strecke Suderburg – Uelzen – Bad Bevensen – Bienenbüttel durch den Landkreis Uelzen rollen wird, bevor er über Lüneburg in das Wendland gebracht wird.

Von Angelika Jansen

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