Uelzener erpressten Behinderte wegen Spielsucht

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Angeklagte legten vor dem Landgericht Lüneburg Geständnis ab / Einer der Täter erhält zwei Jahre auf Bewährung.

rast Uelzen/Lüneburg. Sie legten umfassende Geständnisse ab, und die Richter der 2. Großen Strafkammer am Landgericht Lüneburg waren am Ende überzeugt: Die Reue, die das Duo in dem Gerichtsprozess zeigte, war echt. So bleiben den 30 und 24 Jahre alten Uelzenern, die in vier Fällen Behinderte ausrauben wollten (AZ berichtete), Gefängnisstrafen erspart.

„Triebfeder“ für die Taten war nach Überzeugung des Gerichts die Spielsucht eines der Angeklagten. Er erhielt wegen versuchter räuberischer Erpressung in drei Fällen und eines Raubes eine Strafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die Strafkammer räumte ihm laut Gerichtssprecherin Fatima Natho die Bewährungschance ein, „weil er therapiemotiviert ist und von sich aus die Voraussetzung für eine stationäre Behandlung seiner Spielsucht geschaffen hat“. Er habe bereits die Zusage für einen Therapieplatz. Sollte der Uelzener allerdings keine Therapie antreten, werde die Bewährung widerrufen.

Der Mittäter erhielt ein Jahr und drei Monate, ebenfalls auf Bewährung. Die beiden Angeklagten hatten sich zwischen September und November 2009 in der Uelzener Innenstadt Opfer ausgesucht, die ihnen geistig und körperlich unterlegen waren, und ihnen Schläge angedroht, falls sie kein Geld herausrückten. Bares sahen die Angeklagten aber nur in einem Fall, bei den anderen drei Taten blieb es also nur beim Vorwurf der versuchten räuberischen Erpressung.

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