Pikser zur Probe

Uelzener Corona-Impfzentrum: Abläufe werden bereits simuliert

Sollten Impflinge über Beschwerden klagen, so ist dafür ein Notfallbereich eingerichtet.
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Sollten Impflinge über Beschwerden klagen, so ist dafür ein Notfallbereich eingerichtet.

Uelzen – Nadeln und Spritzen liegen bereit. Was noch fehlt, ist der Impfstoff. Eine Notfallzulassung in der EU für ein Produkt des Herstellers Biontech wird für Montag erwartet.

Damit, wenn das Vakzin Uelzen erreicht, die Kräfte des eingerichteten Impfzentrums an der Zuckerfabrik in Uelzen routiniert zur Tat schreiten können, werden Handgriffe bereits geübt.

„Ich bin von Berufs wegen Notfallsanitäter und Dozent im DRK-Seminarhaus“, berichtet Mathias Robert. Im Impfzentrum gehört er zu jenen, die die Spritzen setzen werden. Weil noch kein Vakzin vorhanden ist, behilft er sich bei diesem Testlauf mit einer Natrium-Lösung. Er injiziert 0,3 Milliliter, die gleiche Menge wird es später auch beim Impfstoff sein. Der Proband nimmt es klaglos hin, es handelt sich um eine Simulationspuppe.

Mathias Robert setzt im Testlauf einer Puppe eine Injektion. Damit die Menschen den Weg zum Impfzentrum finden, ist dieses ausgeschildert.

Am Mittwoch vergangener Woche war damit begonnen worden, die Uelzener Stadthalle in das Corona-Impfzentrum umzuwandeln. Seit diesem Dienstag sind die Arbeiten soweit abgeschlossen. „Das, was wir an Infrastruktur bereitstellen konnten, ist vorhanden“, sagt Tim Meierhoff, Geschäftsführer des DRK Uelzen, das das Impfzentrum betreibt. Bei jedem Rundgang durchs Haus würden noch Kleinigkeiten entdeckt, die verbessert werden könnten. „Das ist ein laufender Prozess“, so Meierhoff.

Für zwei mobile Teams und zunächst für eine Impfstraße in der Stadthalle steht auch das DRK-Personal bereit. Das Land wird die Ärzte stellen – hierzu laufen noch die letzten Gespräche. Die Impfkommission hat eine Empfehlung für eine Reihenfolge herausgegeben. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte gestern: „Wir fangen jetzt mit den Über-80-Jährigen, den Höchstbetagten, den Pflegebedürftigen und denjenigen, die sie pflegen und betreuen, an.“

Das heißt, selbst wenn noch vor Weihnachten die Notfallzulassung kommt, rechnet Meierhoff nicht damit, dass noch in diesem Jahr die ersten Menschen im Impfzentrum eine Injektion erhalten werden, sondern vor allem die mobilen Teams in stationären Einrichtungen unterwegs sein werden. „Dafür werden im Impfzentrum die Koordination und die Impfdosen gestellt“, so Tim Meierhoff. Etwa 2000 Senioren werden im Landkreis Uelzen zurzeit in stationären Einrichtungen betreut.

Öffnen sich die Türen an der Zuckerfabrik für die Impflinge, so werden diese zunächst auf einen Empfang treffen. Eine Terminvergabe erfolgt vorab über eine Anmeldung. Am Empfang wird geklärt, ob eine solche vorliegt. Ist das nicht der Fall, wird die Person gebeten, wieder zu gehen.

Mit größeren Schwierigkeiten, was das Bilden von Menschentrauben betrifft, oder aber eine mögliche Uneinsichtigkeit, rechnet Tim Meierhoff nicht. Das DRK hat auch schon das Corona-Testzentrum in Rosche betrieben. „Das lief alles sehr besonnen ab. Ich bin guten Mutes auch für das Impfzentrum.“ Das Personal begleite die Ankünfte und den Verlauf, ein Sicherheitsdienst ist für das Gelände eingesetzt.

Nach dem Empfang erfolgt eine Selbstauskunft, die aber schmal gehalten sei, sagt Thekla Meierhoff, ebenfalls vom DRK. Die Menschen würden dann in eine erste Kabine geleitet, in der der Arzt das Aufklärungsgespräch führt. Weiter geht dann über einen „Korridor“ in eine von vier Kabinen, in der die Injektion gesetzt wird. Im Probelauf dauert es eine gute Minute, bis die Nadel in den Oberarm der Simulationspuppe pikst. Je nach Impfling und Nachfrage kann das auch länger dauern. „Geplant ist, dass wir alle zwölf Minuten einen neuen Impfling empfangen“, so Mathias Robert. Nach der Injektion sollen die Menschen noch 15 Minuten unter Beobachtung bleiben, dafür ist ein Bereich eingerichtet worden. Das Ganze endet, ähnlich wie es begann – mit der Abmeldung an einem Schalter.

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