Waffen und Geld sichergestellt

168 Uelzener Bundespolizisten bei Schleuser-Razzia im Einsatz

Großeinsatz gegen gewerbsmäßige Schleusungskriminalität und Urkundenfälschung. Mit dabei: Kräfte der Beweissicherungs- und Festnahmehundertschaft der Bundespolizeiabteilung Uelzen-Heinberg.
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Großeinsatz gegen gewerbsmäßige Schleusungskriminalität und Urkundenfälschung. Mit dabei: Kräfte der Beweissicherungs- und Festnahmehundertschaft der Bundespolizeiabteilung Uelzen-Heinberg.

Uelzen/Hannover – Großeinsatz der Bundespolizei am gestrigen Mittwochmorgen im benachbarten Heidekreis, in Hannover und Raum Hamburg sowie in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Baden-Württemberg.

Der Einsatz diente der Bekämpfung der gewerbsmäßigen Schleusungskriminalität und Urkundenfälschung. Mit dabei: Einheiten der in Uelzen stationierten Abteilung Uelzen-Heinberg.

„Der Schwerpunkt des Großeinsatzes lag in Niedersachsen“, berichtet Friedrich-Wilhelm Schulz, Pressesprecher der Bundespolizeiabteilung Uelzen-Heinberg im Gespräch mit der AZ. Er ist auch einer der federführenden Pressesprecher in diesem Einsatz. Von den insgesamt 530 Bundespolizisten, die an der Razzia beteiligt waren, stellte die Uelzener Abteilung 168 Beamte.

„Die Uelzener Kollegen waren in den Bereichen Heidekreis und Hannover aktiv, haben dort Wohnungsdurchsuchungen durchgeführt“, erklärt Schulz. Auch für Absperrmaßnahmen waren die Uelzener Bundespolizisten zuständig, damit die Durchsuchungen ohne Störungen erfolgen konnten. „Komplikationen gab es keine, das Ganze lief ziemlich ruhig und friedlich ab“, berichtet Friedrich-Wilhelm Schulz.

Bei dem Einsatz stellten vor allem die Uelzener Beamten große Mengen Beweismaterial sicher. Dazu gehören laut Staatsanwaltschaft unter anderem Arbeitsmittel zur Dokumentenfälschung, beispielsweise Stempel. Es wurden aber auch eine Vielzahl an Dokumenten sowie Datenträger sichergestellt. Außerdem fanden die Beamten große Summen Bargeld und auch Waffen in den durchsuchten Wohnungen.

„Durch die Auswertung des beschlagnahmten Beweismaterials erhoffen wir uns weitere Ansatzpunkte, um das Schleusernetzwerk weiter aufzuhellen und zu zerschlagen“, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover, die die Ermittlungen leitet, am Mittwoch. Außer gegen einen in Schneverdingen lebenden Hauptverdächtigen richten sich die Ermittlungen gegen eine Reihe weiterer Beschuldigte, die den Passfälscher bei seinen Taten unterstützt haben sollen. Unter anderem sollen sie den Transport gefälschter Dokumente über die Grenze übernommen haben.

Dem Hauptverdächtigen wird gewerbsmäßige Urkundenfälschung und Einschleusung von Ausländern vorgeworfen.

Doch auch die Besitzer der Pässe müssen nun mit Strafverfolgung rechnen: Die Staatsanwaltschaft Hannover wirft ihnen vor, Auftraggeber der Passfälschungen gewesen zu sein und sich damit der Anstiftung zur Urkundenfälschung sowie des unerlaubten Aufenthalts in der Bundesrepublik schuldig gemacht zu haben.

VON FLORIAN BEYE UND MICHAEL MICHALZIK

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