Niedersachsen-Derby

Uelzener Bundespolizei koordiniert Groß-Einsatz

+
Bundespolizisten aus vielen verschiedenen Standorten in Deutschland wurden zum Bundesliga-Derby in Braunschweig angefordert: Die Demonstration von Hannover-96-Fans am Bahnhof verlief friedlich. Fotos: Baatani

BRAUNSCHWEIG/UELZEN - Eintracht Braunschweig hat am Sonntag das Niedersachsen-Derby mit 3:0 gegen Hannover 96 gewonnen. Kurz vor der Bundesliga-Partie haben rund 1600 Menschen in der Landeshauptstadt gegen die neue Regelung der Ticketvergabe demonstriert.

Sie kritisierten, dass 96-Fans beim Ticket-Kauf an die Anreise per Bus gebunden waren. Rund 880 Demonstranten fuhren anschließend mit dem Zug weiter nach Braunschweig, um auch dort ihren Protest zu zeigen.

Begleitet und umringt wurden sie von Bundespolizisten, deren Einsatz von der Uelzener Abteilung koordiniert wurde unter der Leitung der Bundespolizeidirektion Hannover, die sich auf Randale und Zusammenstöße mit Fans der heimischen Mannschaft vorbereitet hatte. Die befürchteten Ausschreitungen blieben in Braunschweig aus. Erst nach der Rückkehr in die Innenstadt Hannover soll es zu kleinen Rangeleien gekommen sein.

Rund 880 Personen versammelten sich, um gegen das Verfahren der Ticketvergabe von Hannover 96 zu demonstrieren.

Der Hochsicherheitseinsatz der Bundes- und Landespolizei wurde gestern zu einem der außergewöhnlichsten in der Bundesliga. Nach Ansicht von Wolfgang Kühl, Leiter der Uelzener Bundespolizeiabteilung, könnte eine Bindung von Eintrittskarten für Fußball-Spiele an die Anreise per Bus Schule machen. „Wir begrüßen die Vorgehensweise“, erklärte er. Wegen der Demonstrationen wurden jedoch trotz des Verfahrens, auf das sich die Vereine, die Polizei und das Innenministerium verständigt hatten, zahlreiche Einsatzkräfte benötigt.

Die Käufer von 2280 Eintrittskarten, die Hannover 96 seinen Fans angeboten hatte, hatten erst im Bus nach Braunschweig ihre Tickets erhalten. Für Inhaber von Auswärtsdauerkarten sollte diese Regelung ebenso gelten. Jannis Busse von den Ultras Hannover hatte gegen die einseitige Vertragsänderung von Hannover 96 geklagt und vor dem Amtsgericht Hannover Recht erhalten. Sollte dieses Verfahren erneut angewendet werden, „werden wir immer wieder klagen“, kündigte er an.

Mit über 3000 Personen von Bundes- und Landespolizei wurde der Einsatz trotz der mit Polizeibussen eskortierten Hannover-96-Fans kostspielig, davon geht Detlef Lenger, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Hannover, aus. Er rechnet damit, dass es sich bei den Kosten für Land und Bund um „eine hohe sechsstellige Summe“ handelt. - Von Diane Baatani

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare