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Uelzener Brandbekämpfer waren schon mehr als 200 Mal im Einsatz

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Von: Norman Reuter

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Feuerwehreinsatz bei Sturmschäden
Als Zeynep im Februar in der Region wütete, mussten die Feuerwehrkräfte aus Uelzen immer wieder ausrücken, um umgefallene Bäume zu zersägen und wegzuräumen.  © Sternitzke

Im Vergleich zum Vorjahr musste die Freiwillige Feuerwehr bislang deutlich öfter ausrücken. Grund dafür sind vermutlich die heftigen Stürme im Februar, bei denen die Helfer fast 40 mal im Einsatz waren.

Uelzen – Waldbrände, Orkanschäden, in Aufzügen eingeschlossene Menschen, mutwilliges Auslösen von Brandmelde-Anlagen und Unfälle: Die Freiwillige Feuerwehr musste in diesem Jahr, mit Stand von Montagnachmittag, 208 Mal ausrücken. Das sind im Vergleich zu den Vorjahren deutlich mehr Einsätze, die bis Anfang August abgearbeitet werden mussten.

Im Detail: 2020 meldete die Feuerwehr 137 Einsätze bis zum 10. August, bis zum Ende des ersten Corona-Jahres waren es insgesamt 228 – ein Wert, der 2022 bald durchbrochen sein dürfte. 2021 waren es bis zum 10. August 152 Einsätze und insgesamt 241.

Wie kommt es, dass die Wehr dieses Jahr bereits häufiger ausrücken musste? Der Ortsbrandmeister Reiner Seidel sieht die Entwicklung vor allem in dem Sturmwochenende im Februar begründet. Zur Erinnerung: Drei Orkane zogen über die Region hinweg; zwischen dem 18. und 24. Februar mussten Feuerwehrmänner und -frauen fast 40 Mal losfahren, weil Bäume umgefallen und Dächer abgedeckt worden waren oder auch Keller unter Wasser standen. „Das hat unsere Statistik in die Höhe getrieben“, so Reiner Seidel. Häufiger als in anderen Jahren habe die Wehr auch die psychiatrische Klinik in Uelzen anfahren müssen, weil dort die Brandmelde-Anlage mutwillig ausgelöst worden sei.

Bereits mehrfach war die Wehr auch schon wegen Wald- und Vegetationsbränden im Einsatz. Seidel nennt es ein Glück, dass es bei kleineren Bränden blieb.

Mit Blick darauf, ob es auch in den nächsten Monaten mit den gehäuften Einsätzen weitergehen könnte, sagt Seidel: „Wir sind, was die Waldbrände betrifft, auf der Hut.“ Vier potenziell trockene Wochen würden noch bevorstehen. Um rasch eingreifen zu können, fahre die Wehr bei der Alarmierung eines Vegetationsbrandes auch immer gleich mit drei Löschfahrzeugen zum Einsatzort, so stünden 12 000 Liter zum Löschen bereit.

Bei der Statistik für 2022 gibt Seidel zu bedenken, dass in den vergangenen beiden Corona-Jahren insgesamt weniger Einsätze alarmiert worden seien. Ein Vergleich sei daher schwierig. Bedingt durch die Lockdowns hat es 2020 weniger Verkehr gegeben, die Menschen waren öfter zuhause, und stellten etwaige Brände rechtzeitig fest.

Die Einsatzzahlen normalisierten sich wieder, meint Seidel. Die Pandemie ist indes nicht vorbei. Das hat in den zurückliegenden Monaten auch die Feuerwehr gemerkt. Ein gutes Dutzend Infektionen, die es unter den Feuerwehr-Leuten gegeben hat, sind dem Ortsbrandmeister bekannt. Zwei Jahre habe es nahezu keinen Fall gegeben, so Seidel. Das habe sich 2022 geändert, zu Spitzenzeiten seien ihm sieben Infektionen gleichzeitig gemeldet worden. Die Wehr sei aber immer einsatz- und dienstfähig gewesen.

Wie Seidel ausführt, gehört das regelmäßige Testen zum Tagesgeschäft. „Wir testen uns nach jedem Einsatz und vor jedem Dienst“, so der Ortsbrandmeister. Die Stadt Uelzen habe dafür ausreichend Testkits besorgt. Tatsächlich seien so auch drei Infektionen bei Kameraden festgestellt worden, die keine Symptome zeigten. Zum Schutz der anderen Feuerwehr-Leute in einem Löschfahrzeug würden bei An- und Abfahrten jeweils FFP2-Masken getragen.

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