Als Avatare durch die virtuelle Bauwelt

Uelzener Bauunternehmen Willi Meyer setzt verstärkt auf digitale Zukunftsprojekte

Sebastian Koch vom Willi Meyer Bauunternehmen freut sich über die Unterstützung durch Heidi Narberhaus von der Wirtschaftsförderung Uelzen aktiv – hier mit einer VR-Brille – und Sven Samplatzki (Transferzentrum Elbe-Weser/von links) bei der Umsetzung einer Internet-Anwendung mit virtuellen Figuren, sogenannten Avataren.
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Sebastian Koch vom Willi Meyer Bauunternehmen freut sich über die Unterstützung durch Heidi Narberhaus von der Wirtschaftsförderung Uelzen aktiv – hier mit einer VR-Brille – und Sven Samplatzki (Transferzentrum Elbe-Weser/von links) bei der Umsetzung einer Internet-Anwendung mit virtuellen Figuren, sogenannten Avataren.
  • Lars Becker
    VonLars Becker
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Unternehmen aus Stadt und Kreis können sich von der Wirtschaftsförderung kostenlos in Sachen Digitalisierung beraten lassen. Das Bauunternehmen Willi Meyer ist jetzt diesen Weg gegangen – mit einem besonderen Projekt.

Uelzen – Die Wirtschaftsförderung Uelzen aktiv pflegt für alle technologischen Fragestellungen von Unternehmen aus Stadt und Landkreis seit Jahren eine enge Zusammenarbeit mit dem Transferzentrum Elbe-Weser (TZEW). Das berät Firmen mit Blick auf Projekte aus den Bereichen Digitalisierung, E-Mobilität oder IT-Sicherheit. Für die Firmen ist das Angebot dank der Fördermittel der EU und des Landkreises sogar kostenlos.

„Wir beraten ohne kommerziellen Hintergrund, unsere Experten sind weder produkt- noch herstellergebunden“, sagt Sven Samplatzki vom TZEW. „Vielen Unternehmen fällt der Zugriff auf die Digitalisierung schwer. Sie wissen, dass sie etwas tun müssen, aber nicht, wo sie starten können“, sagte Samplatzki jetzt bei einem Besuch des Bauunternehmens Willi Meyer in Uelzen.

„Notwendig, um wettbewerbsfähig und attraktiv zu sein“

Hier ist Sebastian Koch der Prozess- und Digitalisierungsmanager. Er weiß zu berichten: „In unserer Baubranche ist man noch nicht so digitalisiert. Es gab keinen Zwang, sich verändern zu müssen. Aber unsere Geschäftsführung hat erkannt, dass das Geschäft spätestens in zehn Jahren schwieriger wird, wenn wir nicht modernisieren. So wollen wir unsere Mitarbeiter unterstützen und sie möglichst entlasten. Das ist das Kernthema. Natürlich gibt es Ängste in den Hinterköpfen, dass man womöglich Arbeitsplätze streichen könnte. Aber das ist das Letzte, was wir wollen. Das alles ist notwendig, um in Zukunft wettbewerbsfähig und attraktiv für den Arbeitsmarkt zu sein. Wir wollen der Arbeitgeber sein, bei dem es interessanter ist“, so Sebastian Koch.

Seit Mai steht er im Austausch mit Sven Samplatzki. Am Anfang stand eine Potenzialanalyse zum Digitalisierungsstand der familiengeführten Unternehmensgruppe Meyer mit Hauptsitz in Uelzen, die in fünfter Generation an acht Standorten mit mehr als 400 Mitarbeitern im Hoch-, Tief- und Ingenieurbau sowie in der Immobilienwirtschaft, Planung und dem Sonderbau tätig ist.

„Möglichkeit, geplante Bauobjekte gemeinsam zu begehen“

Konkret wurde es dann im Oktober: Aus Passfotos von Samplatzki, Koch und einem Experten wurden Avatare entwickelt – also virtuelle Figuren, die die Lippen bewegen und mit Gesten agieren können. Die trafen sich in einer virtuellen Welt.

Und das könnte ein Weg für die Zukunft sein, glaubt Koch: „Wenn wir unseren Kunden Wohnungen verkaufen, können wir ihnen als Alleinstellungsmerkmal diese VR-Brillen schicken und sagen: ,Schau Dir die Wohnung doch mal an.‘ Es ist eine Möglichkeit, geplante Bauobjekte gemeinsam zu begehen. Ich halte es für überlegenswert, diese Einsatzmöglichkeiten in Erwägung zu ziehen, auch für Mitarbeitergespräche oder für Abstimmungen mit anderen Gewerken“, so Koch.

„Unabhängig davon, ob es um Expertise für energetische Themen, Know-how zum Umsetzen einer Idee oder auch – wie im Fall von Sebastian Koch – um digitale Themen geht, bieten wir seit 2008 Unterstützung durch das TZEW“, so Heidi Narberhaus von der Wirtschaftsförderung Uelzen aktiv. Interessierte Unternehmer können sich telefonisch (05 81 / 800 49 94) oder per E-Mail (h.narberhaus@landkreis-uelzen.de) an sie wenden.

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