Firma Winkelmann betroffen / Hoffnung auf Abschluss in Bayern / Kritik an „Hinhaltetaktik“

Uelzener Arbeiter streiken

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Mit einem Bus wurden die 40 Streikenden vom Unternehmen zur Stadthalle und zurück gefahren.

Uelzen. 40 der 75 Mitarbeiter der Uelzener Firma Winkelmann haben gestern gestreikt. Zusammen mit der Gewerkschaft IG Metall fordern sie eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent. In mehreren Landesverbänden wird die Forderung der IG Metall bereits wiederholt verhandelt.

Niedersachsenweit sind gestern nach Auskunft der Gewerkschaft etwa 50 000 Mitarbeiter der Metallindustrie auf die Straße gegangen. Die Uelzener Winkelmann-Mitarbeiter haben sich am Vormittag zu einem Streikfrühstück in der Stadthalle getroffen. Entscheidend für die Mitarbeiter in Uelzen kann nun auch eine Verhandlung in Bayern sein. Dort wurde noch am späten Abend eine Entscheidung mit „Pilot“-Charakter verhandelt, also ein Entwurf, der auch andernorts übernommen werden könnte.

„Im März haben die Arbeitgeberverbände gesagt, sie wollen eine zügige Entscheidung“, meint Sabine Schwarz, IG-Metall-Sprecherin aus Celle, die in Uelzen vor Ort war, „dann haben sie erst vier Wochen später einen Termin für Gespräche angeboten“, ereifert sie sich. Das sei Hinhaltetaktik, viele Arbeitnehmer seien deshalb verärgert. „Wir sind jetzt aber guter Hoffnung, dass sich in Bayern etwas bewegt“, sagte gestern der Winkelmann-Betriebsratsvorsitzende Bernd Dumke, ein Ergebnis zeichne sich ab, man sei zuversichtlich, dass mehr herauskommt als die 2,3 Prozent ab Juli, die die Arbeitgeber angeboten haben. „Es muss eine drei vors Komma“, fordert Schwarz. Die Firma, die seit 92 Jahren in Uelzen ist, habe einen relativ hohen Lohnkostenanteil, sagt Michael Hinz, Geschäftsführer des Unternehmens. Winkelmann produziert Elektromotoren, exportiert nach China, Japan oder in die USA. Würde es die von Schwarz geforderte „Drei vorm Komma“ geben, „werden daraus Preissteigerungen folgen“, prophezeit Hinz. Die ursprünglich geforderten 5,5 Prozent würden zu teuer, meint Michael Hinz. Auf dem Weltmarkt würde es dann schwer werden, sich zu behaupten.

Von Kai Hasse

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