Zeiten für Anleger und Sparer sind schwierig

Uelzener Anlegerclub über die Möglichkeiten der Corona-Krise: „Eine historische Chance“

Die Börsianer in Frankfurt am Main beobachten seit Wochen einen Kursabfall des DAX. Laut Niedersächsischem Anlegerclub NDAC bietet das aber auch Chancen, da Aktien selten so günstig zu erwerben waren.
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Die Börsianer in Frankfurt am Main beobachten seit Wochen einen Kursabfall des DAX. Laut Niedersächsischem Anlegerclub NDAC bietet das aber auch Chancen, da Aktien selten so günstig zu erwerben waren.

Uelzen – Niedrige Zinsen, hohe Inflation und jetzt die Corona-Krise: Die Zeiten für Anleger und Sparer sind schwierig. Beratend zur Seite stehen kann hier der Niedersächsische Anlegerclub (NDAC) mit Sitz in Uelzen.

1998 gegründet, umfasst er inzwischen mehr als 5000 Mitglieder deutschlandweit, die sich „mit allen Themen rund um die Geldanlage“ beschäftigen, wie Geschäftsführer Torsten Arends im AZ-Gespräch verrät.

Torsten Arends, Geschäftsführer NDAC.

Dabei geht es darum, sich auszutauschen und Tipps für die richtige Anlagestrategie zu geben. „Wir versetzen die Leute in die Lage, sich im Finanzdschungel zurechtzufinden“, sagt Arends. Dazu ist der NDAC auch an mehreren Volkshochschulen aktiv, so auch in Uelzen, und bietet dort Kurse für die richtige Geldanlage an.

In Zeiten von Corona ist dies jedoch derzeit nicht möglich, obwohl Arends gerade jetzt einen gesteigerten Bedarf an Beratungen sieht: „Die Leute suchen händeringend nach Möglichkeiten, diese Chance zu nutzen.“ Denn neben allen Problemen, die die Corona-Krise mit sich bringt, erkennt Arends für Anleger viele Möglichkeiten.

Wer die finanziellen Mittel und die nötige Geduld hat, dem rät Arends, nun in Aktien oder Aktienfonds zu investieren. Denn durch die sinkenden Kurse sind diese momentan günstig wie selten zuvor. Ist die Krise dann erst einmal überwunden, geht es auch wieder mit den Aktienkursen bergauf. „Da kann man nicht viel falsch machen“, meint Arends. „Das ist eine historische Chance.“ Um das Risiko zu minimieren, könne man schrittweise einsteigen, also nach und nach Anleihen kaufen.

Als eine der ersten Branchen wird sich der Tourismus erholen, schätzt Arends. Besonders für Urlaubsziele innerhalb Deutschlands würde es dann eine erhöhte Nachfrage geben. „Wenn der Shutdown gelockert wird, haben die Leute ein Nachholbedürfnis“, ahnt Arends.

Wer jedoch weniger finanzielle Mittel zur Verfügung hat und daher keine größeren Investitionen vornehmen kann oder will, sollte sein Geld vorerst bei sich behalten, da es noch immer nahezu keine Zinsen für Geldanlagen gebe. „Man muss einen ruhigen Kopf bewahren“, rät Arends.

VON DANIEL BIELING

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