Eingangsbereich soll neu gestaltet werden

Uelzener Amtsgericht soll Sicherheitsschleuse bekommen

Umbaupläne für das Uelzener Amtsgericht: Justizministerin Barbara Havliza erläutert Amtsgerichtsdirektor Andreas Borchers (l.), einem Wachtmeister und der SPD-Landtagsabgeordneten Andrea Schröder-Ehlers (r.) die Maßnahme.
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Umbaupläne für das Uelzener Amtsgericht: Justizministerin Barbara Havliza erläutert Amtsgerichtsdirektor Andreas Borchers (l.), einem Wachtmeister und der SPD-Landtagsabgeordneten Andrea Schröder-Ehlers (r.) die Maßnahme. 

Uelzen – Justizministerin Barbara Havliza besucht gestern das Uelzener Amtsgericht. Sie hat Baupläne dabei. Der Eingangsbereich soll 2020 neu gestaltet werden – aus Sicherheitsgründen, wie die Ministerin erklärt.

Sie erinnert ein wenig an ein Bullauge. Die Luke im Eingangsbereich des Uelzener Amtsgerichts, durch die Wachtmeister Besucher in Augenschein nehmen und an der Auskünfte gegeben werden. Architektonisch womöglich gelungen, aus Sicherheitsaspekten aber nicht praktikabel. Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza rollt gestern bei ihrem Besuch im Amtsgericht einen Bauplan aus – und stellt klar: So wird es nicht bleiben.

2020 wird der Eingangsbereich des Justizgebäudes an der Fritz-Röver-Straße neu gestaltet. Es soll sicherer werden für Justizbeschäftigte und Besucher. „Wir erleben seit Jahren einen zunehmend respektloseren Tonfall in Gerichten. Die Hemmschwellen sinken. Es wird versucht, Waffen in die Gebäude zu schmuggeln – gut versteckt“, sagt Havliza. Auch in Uelzen ist es schon zu solchen Fällen gekommen, wie Rainer Thomsen, Richter und stellvertretender Amtsgerichtsdirektor, zu berichten weiß.

Die versteckten Gegenstände wurden in der Hansestadt von Wachtmeistern entdeckt. Künftig soll das noch leichter werden. Das Bullauge im Eingangsbereich wird durch größere, schusshemmende Scheiben ersetzt, durch die Besucher besser zu sehen sind. Es wird zudem eine Sicherheitsschleuse geschaffen mit Körper- und Gepäckscanner. Etwa 200 000 Euro stellt das Land Niedersachsen für den Umbau zur Verfügung, berichtet Havliza.

Zurzeit wird in Uelzen noch mit einem mobilen Körperscanner gearbeitet, der bei Bedarf und stichprobenartig zum Einsatz kommt. Nach dem Umbau sind dann Personenkontrollen immer und ohne größeren Aufwand möglich.

Wichtig sei dies nicht nur bei Strafprozessen, sondern auch bei Familien- und Betreuungsfällen, betont Havliza. Jemand, der unter Betreuung gestellt werden solle, oder ein Familienvater, dem der Entzug des Sorgerechtes für seine Kinder drohe, befinde sich womöglich in einer Gemütsverfassung, in dem ihm alles egal sei, so die Justizministerin. Und Barbara Havliza weiß: Gerade Familienfälle und Verhandlungen, in denen es um die Betreuung eines Menschen geht, haben in den vergangenen Jahren in Niedersachsen zugenommen. Ebenso gestiegen sei die Zahl der Strafprozesse. Rückläufig indes waren in Niedersachsen die Zivilprozesse.

Die Entwicklung ist auf Uelzen übertragbar. Im Bereich des Strafrechts waren im vergangenen Jahr am hiesigen Amtsgericht etwa 40 Schöffenverhandlungen im Erwachsenen- und etwa 15 im Jugendbereich angesetzt. Hinzukamen etwa 230 Prozesse mit Einzelrichtern im Erwachsenenbereich und etwa 160 im Jugendbereich.

VON NORMAN REUTER

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