Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Uelzen zeigt Flagge

In Deutschland wird alle 45 Minuten eine Frau Opfer von Gewalt. Dagegen setzt der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen ein Zeichen.
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In Deutschland wird alle 45 Minuten eine Frau Opfer von Gewalt. Dagegen setzt der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen ein Zeichen.

Uelzen – Drei Schwestern und ein gemeinsamer Kampf: Patria, Minerva und Maria Teresa Mirabal waren dominikanische Regimegegnerinnen, die am 25. November 1960 Opfer eines Mordanschlags des Diktators Rafael Trujillo wurden.

Die Schwestern Mirabal gelten seitdem in der Dominikanischen Republik, aber auch weltweit, als Symbol für den Widerstand gegen Diktatur und Gewalt an Frauen. Im Gedenken an die Frauen proklamierten die Vereinten Nationen ihren Todestag als „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“.

Um auf diesen Tag aufmerksam zu machen und die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, werden am Kreishaus sowie am Rathaus in Uelzen Flaggen gehisst. „Gewalt gegen Frauen findet überall statt, auch in Uelzen. Vielleicht in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz oder im Freundeskreis“, sagt Britta Hönig, Leiterin des Frauenhauses in Uelzen. Statistisch findet in Deutschland alle 45 Minuten Gewalt gegen Frauen statt – in all ihren Formen. „Diese reichen von körperlicher bis psychischer Gewalt. Dazu gehören Erniedrigung, Belästigung, Beleidigung, Bedrohung, sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung bis zu Stalking im Internet, erklärt Karoline Mann vom Frauenhaus.

Frauen in Deutschland sind aber auch von Zwangsheirat oder Genitalverstümmelung betroffen. „Dazu werden gerade Migrantinnen gezielt desinformiert. Das bedeutet, dass sie darüber belogen werden, welche Rechte sie in Deutschland haben“, so Hönig. Auch die Papiere werden den Frauen abgenommen, und ihnen wird gedroht, in die Heimat abgeschoben zu werden. „Es wird sehr subtil psychische Gewalt eingesetzt, um die Frauen einzuschüchtern. Sie werden sozial isoliert, sie verlieren ihre Papiere und haben kein Geld. Sie sitzen in der Falle.“ Mit Kindern werde die Situation noch schlimmer. „Die Frauen haben Angst, ihre Kinder allein zu lassen“, so Mann.

Dann gebe es in der Beziehung auch immer wieder gute Tage, die den Frauen wieder Hoffnung machen, dass sich an ihrer Situation etwas verändert. „Frauen relativieren das Verhalten ihres Mannes. Sie nehmen ihn häufig in Schutz und denken, dass sie eine schlechte Behandlung oder gar Gewalt verdienen. Sie machen auch die Erfahrung, dass ihnen keiner Glauben schenkt – weder Familienangehörige noch die Polizei“, so die Leiterin des Frauenhauses.

So ist dieser Gedenktag am 25. November auch eine Möglichkeit, sich solidarisch zu zeigen, ein Zeichen zu setzen und einander zu unterstützen. „Jede Frau könnte von Gewalt betroffen sein, in welcher Form auch immer. Deswegen müssen wir Flagge zeigen“, sagen die beiden engagierten Frauen.

VON NICOLE LÜTKE

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