Millionenschwere Sanierung: Christdemokraten im Kreistag machen sich für Zuschuss stark

Uelzen: Zahlt der Landkreis fürs Theater?

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Für einen dauerhaft sicheren Spielbetrieb im Theater müssen mindestens vier Millionen Euro ausgegeben werden. Die Bühnentechnik ist zu erneuern, zuletzt wurden schon die Taue, mit denen Kulissen und Scheinwerfertraversen gehalten werden, ausgetauscht.

Uelzen. Bei einer Sanierung des Theaters an der Ilmenau dürfen die Uelzener auf finanzielle Unterstützung vom Landkreis hoffen. Die CDU als größte Fraktion im Kreistag macht sich dafür stark, dass die Hansestadt einen Zuschuss bei der millionenschweren Investition erhält.

Die Christdemokraten finden, dass das Theater eine wichtige kulturelle Einrichtung nicht nur direkt für Uelzen, sondern auch über die Stadtgrenzen hinaus ist. „Eine Schließung würde sich bis in die gesamte Region auswirken“, erklärt die Fraktion.

Mindestens vier Millionen Euro sind für den Erhalt des Theaters in die Hand zu nehmen – ein sicherer Spielbetrieb auf Dauer lässt sich, wie ausführlich berichtet, nur mit einer kostenintensiven Erneuerung der Bühnentechnik gewährleisten. Zugleich ist bei dem fast 50 Jahre alten Theater auch die Fassade anzupacken. Weitere zwei Millionen sind dafür fällig. 25 Prozent der Kosten, die nicht über Förderprogramme abgedeckt werden, so erklärt die Kreis-CDU, sollten vom Landkreis übernommen werden – „maximal eine Summe von einer Million Euro“.

Die Christdemokraten erinnern daran, dass der Landkreis auch in anderen Kommunen „Leuchtturmprojekte unterstütze – als Beispiele werden das Museumsdorf in Hösseringen oder auch die Kur-GmbH in Bad Bevensen genannt.

Sichergestellt wissen will die CDU, dass das Theater bei einer Sanierung langfristig geöffnet bleibt. Sie regt eine Klausel an, wonach der Zuschuss zurückzuzahlen wäre, sollte das Theater vor dem 31. Dezember 2035 geschlossen werden.

Ob das Theater tatsächlich saniert und damit erhalten bleibt, wird sich kommenden Montag abschließend klären. Dann tagt der Stadtrat, von einer Zustimmung darf aus- gegangen werden. Mehrheitlich sprachen sich Fachausschüsse und zuletzt auch der Verwaltungsausschuss am Montagabend für den Erhalt des Theaters aus.

Die Stadt Uelzen hat zugleich aber noch mehr finanziell vor der Brust als die millionenschwere Sanierung des Theaters – auch die Stadthalle ist in die Jahre gekommen. Hier erklärten bereits Ratsherren und -frauen, dass es künftig auch noch eine städtische Veranstaltungshalle geben solle (Siehe Zum Thema). Unterm Strich rollen, zusammen auch mit einem fälligen Neubau des Parkhauses am Bahnhof, Ausgaben im zweistelligen Millionenbereich auf die Stadtpolitik zu, sollten die Projekte realisiert werden. Kritiker warnen vor einem Aufbau eines neuen Schuldenberges. Auf AZ-Nachfrage, wie er zu den millionenschweren Ausgaben stehe, sagte gestern Kämmerer Florian Ebeling: „Leichtfertig sollten die Entscheidungen zu den Ausgaben nicht getroffen werden. Die Ausgaben werden in den nächsten 50 Jahren in den Büchern der Stadt stehen.“

Von Norman Reuter

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