Polizei ist häufiger mit extremen Fällen konfrontiert

Uelzen: Zahl der Intensivtäter steigt

Immer häufiger hat sich die Uelzener Polizei mit Fällen zu beschäftigen, bei denen Menschen durch zahlreiche Straftaten auffallen.
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Immer häufiger hat sich die Uelzener Polizei mit Fällen zu beschäftigen, bei denen Menschen durch zahlreiche Straftaten auffallen.

Uelzen/Landkreis – Das Polizeikommissariat in Uelzen sieht sich immer häufiger mit Fällen konfrontiert, bei denen Einzelpersonen durch ihr Verhalten und durch viele Straftaten die Ordnungshüter in Atem halten.

Die Zahl solcher Fälle nehme stark zu, sagt Ralf Munstermann, Leiter des Uelzener Streifendienstes, auf Anfrage der AZ. Munstermann kommt zu dieser Einschätzung im Zusammenhang mit einem 20-Jährigen, der die Uelzener Polizei aktuell beschäftigt.

Der Mann aus Somalia fällt durch Diebstähle, Hausfriedensbrüche und aggressives Verhalten auf. „Wir hatten ihn jetzt zuletzt täglich hier bei der Polizei, manchmal mehrere Male“, berichtet Munstermann. Jeweils zwei bis drei Stunden seien Kräfte gebunden, wenn es zu Einsätzen komme. Der Somalier wird immer wieder wegen seines Verhaltens auch in Gewahrsam genommen.

Der Fall weckt Erinnerungen an Tekin A., der vor genau einem Jahr die Uelzener Polizei täglich auf den Plan rief, weil er unter Einfluss von Alkohol durch sein aggressives Verhalten, durch körperliche Gewalt sowie wegen Stalkings auffiel. Inzwischen ist der Intensivtäter in mehreren Verfahren vom Amtsgericht Uelzen zu Haftstrafen verurteilt worden (AZ berichtete). Auch im aktuellen Fall des Somaliers spielt Alkohol eine gewichtige Rolle. Er kam vor drei Jahren nach Deutschland, von einer Traumatisierung durch Erlebnisse im Heimatland Somalia wird ausgegangen.

Annika Quednau vom Uelzener Jugendmigrationsdienst erklärt, dass sie und ihr Team bei der Arbeit mit heranwachsenden Migranten täglich auf Menschen treffe, die durch Kriegserlebnisse oder Gewalttaten traumatisiert seien. „Es kommt in der Folge zu Störungen wie eine Alkoholsucht“, so Annika Quednau.

VON NORMAN REUTER

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