UWG im Rat: Nicht nur Zufallskäufe, sondern langfristige Überlegungen

Wohngebietsplanung in Uelzen mit Weitblick

Baugebiet „Im Deinefelde“ am Oldenstädter See.
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Zuletzt waren vorbereitende Arbeiten für das Baugebiet „Im Deinefelde“ am Oldenstädter See erfolgt. Es umfasst 19 Baugrundstücke.
  • Norman Reuter
    vonNorman Reuter
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Uelzen – Die UWG im Uelzener Rat macht sich für eine weitsichtige Planung stark, wenn es um Wohnbauflächen geht. Ein Antrag dazu ist in dieser Woche an die Stadtverwaltung versandt worden.

Insbesondere im Bereich der Kernstadt, aber auch in den Ortsteilen dürfe die Entwicklung hinsichtlich von neuem Wohnraum nicht vom zufällig möglichen Flächenankauf bestimmt werden, heißt es darin. Vielmehr sollten sich Politik und Verwaltung darüber Gedanken machen, welcher Bedarf an Wohnflächen in den nächsten 20 bis 30 Jahren bestehe und wie dieser abgedeckt werden könne. „Wir müssen dabei großflächiger denken als bisher“, sagt UWG-Ratsherr Herwig Maaß im AZ-Gespräch.

Zuletzt waren von der Uelzener Politik Beschlüsse für neue Wohngebiete in Ortsteilen gefasst worden. 31 Bauplätze sind so am Stadtberg IVb in Westerweyhe entstanden, 19 am Oldenstädter See und für Molzen sind elf vorgesehen. Herwig Maaß erinnert daran, dass in Westerweyhe und Oldenstadt das Losglück entschieden habe, wer dort nun letzlich bauen dürfe. Von einem bedarfsgerechten Angebot könne hier nicht die Rede sein.

Aber der UWG geht es auch darum, dass es nicht dem Zufall überlassen sein sollte, wo Baugebiete entstehen. Vielmehr sollte die Stadt ihre Ziele für die nächsten 30 Jahre formulieren. Denn durch ein strukturiertes Vorgehen, so Maaß, könnten gleich Fuß- und Radwege in die Innenstadt, Grünflächen, aber auch die Abwasser- und Abfallentsorgung mitgeplant werden. Die UWG stellt sich Wohngebiete vor, in denen ausreichend Platz ist, für jeden, der dort bauen will. Das letzte nennenswerte Baugebiet in der Kernstadt sei der Eschenkamp gewesen. „Und das ist schon 23 Jahre her“, so Maaß.

Die UWG hält eine großflächige Planung rund um Hambrock, zwischen Eschenkamp, Uhlenring und Königsberg, für sinnvoll. Seien mehrere Grundstückseigentümer eingebunden, sei es auch für die Stadtverwaltung leichter zu verhandeln.

Ungeachten einer geforderten Planung mit Weitblick müssten parallel immer wieder auch rasch Wohnflächen im Stadtgebiet angeboten werden können, so Maaß.

Der Antrag jetzt kommt nicht von ungefähr. Die Zeit ist günstig. „Die Niedrigzinsphase sollte auch Uelzen unbedingt nutzen“, heißt es im Antrag. Zudem wird auch auf die Corona-Pandemie verwiesen. Wohnen im ländlichen Raum werde wieder attraktiver, zudem biete die Digitalisierung zunehmend die Möglichkeit, auch im Homeoffice zu arbeiten.

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