Jetzt sollen Eltern befragt werden

Uelzen: Wer will seine Kinder an einer Gesamtschule sehen? – UWG macht Vorstoß

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Die Gesamtschule als Favorit? Eltern sollen nach dem Willen der UWG befragt werden, wohin sie gerne ihre Kinder schicken wollen (hier ein Symbolbild). 

Uelzen/Landkreis – Die Diskussion über die Schullandschaft des Landkreises Uelzen nimmt weiter an Fahrt auf: Die UWG im Kreistag macht sich nun für eine Elternbefragung stark. Dabei soll ermittelt werden, wie viele Eltern ihre Kinder gerne an einer Gesamtschule sehen wollen.

Bisher gibt es mit der Fritz-Reuter-Schule in Bad Bevensen lediglich eine Gesamtschule im Norden des Landkreises. Es handelt sich um eine Kooperative Gesamtschule (KGS), die wegen der hohen Anmeldezahlen aus allen Nähten platzt. Zum möglichen Aufbau einer Integrierten Gesamtschule (IGS) hat sich gerade eine Initiativgruppe gegründet (AZ berichtete) – bei einer IGS werden anders als bei einer KGS Schüler mit unterschiedlichen Leistungsniveaus in einer Klasse unterrichtet.

Alfred Meyer von der UWG sagt auf AZ-Anfrage, mit der Elternbefragung wolle man mehr Klarheit über die Bedarfe für Gesamtschulangebote schaffen. Befragt werden jene Eltern, die in den kommenden Jahren vor der Aufgabe stehen, für ihre Kinder eine Schule auszuwählen.

Alfred Meyer berichtet von Gesprächen seiner Fraktion mit Eltern, deren Kinder bereits an weiterführenden Schulen unterrichtet werden oder bei denen demnächst ein Wechsel ansteht – zuletzt auch bei einem Themen-Abend zur IGS. „Wir hören, wo der Schuh drückt“, so Meyer. Das mögliche Losverfahren an der KGS sei Thema, auch der Elternwille.

Zugespitzt hat sich die Situation in der Schullandschaft durch Vorgaben des Landes zur Kooperativen Gesamtschule in Bad Bevensen. Die Zahl der Schüler ist dort inzwischen so groß, dass dort nun erstmals ein Losverfahren zur Aufnahme von Schülern stattfinden könnte – wenn es wieder bei der Anmeldung zu einem Ansturm kommen sollte. Womöglich erhalten Eltern außerhalb des Schulbezirks bei fehlendem Losglück eine Absage Ende Mai. Es müsse gehandelt werden, so Meyer. Die Ergebnisse aus der Befragung seien dann eine Ansage an die Politik, wohin die Reise gehen solle.

Eine zweite KGS kann nach aktueller Gesetzeslage nicht mehr aufgebaut werden. Aber vielleicht eine Außenstelle von Bad Bevensen, erklärt Meyer. Die Landesschulbehörde winkt bei einem solchen Vorschlag ab. Die Schülerzahlen von Hauptstandort und Außenstelle würden zusammen betrachtet, es dürften maximal neun Klassen pro Jahrgang gebildet werden, sagt eine Sprecherin. Eine Größe, die jetzt bereits in Bad Bevensen erreicht wird.

Für Meyer ist damit aber noch nichts in Stein gemeißelt. Die Ergebnisse einer Elternbefragung könnten auch Anlass dazu sein, mit der Landespolitik über Ausnahmen zu reden. Er erinnert an den in Niedersachsen geltenden Elternwillen bei der Wahl einer Schule. „Was ist diese dann noch wert, wenn wir nur an Vorgaben gebunden sind?“, so Meyer.

VON NORMAN REUTER

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