Wählergemeinschaft stellt Antrag auf alternative Bebauungsfläche

Uelzen: UWG will Schlossverkauf stoppen

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Auf der Freifläche (hinten) an der Schlossstraße (vorne) und dem Stadenser Weg (links) möchte die UWG als Alternative zum Schlosspark die Bebauung eines Alten- und Pflegeheims in Holdenstedt durchsetzen.

Uelzen – Die UWG möchte den geplanten Verkauf des Schlosses und des Schlossparks Holdenstedt an den Hamburger Investor Dr. Thies Boysen stoppen (AZ berichtete).

Herwig Maaß, UWG

„Wir sind gegen die Zerstörung des Schlossparks“, sagt Herwig Maaß von der UWG, der im Rat der Hansestadt Uelzen sitzt. Die UWG hat daher den Antrag an den Rat gestellt, den Verkauf zu stoppen. Die Wählergemeinschaft setzt sich hingegen dafür ein, statt des Schlossparks mit zwei oder drei neuen Gebäuden alternativ eine Freifläche für einen Neubau an der Schlossstraße, Ecke Stadenser Weg, südlich des bestehenden Parkplatzes am Schloss zu nutzen. Hier war in den 1990er Jahren ein Hotel geplant gewesen, aber nie in die Tat umgesetzt worden. Maaß: „Ein neues Alten- und Pflegeheim in Holdenstedt wäre schön.“

Indes haben der Verwaltungsausschuss und der Betriebsausschuss Gebäudewirtschaft den UWG-Antrag an die Fraktionen verwiesen. Nach dem Ortsrat Holdenstedt/Klein Süstedt vor einer Woche hat sich nun auch der Betriebsausschuss Gebäudewirtschaft für den Verkauf an den Hamburger Investor ausgesprochen. Es folgt jetzt noch der Verwaltungsausschuss mit einer Empfehlung am 23. September, ehe der Rat am 30. September endgültig entscheidet.

Hans-Jürgen Heuer, CDU

Bei der Sitzung des Betriebsausschusses Gebäudewirtschaft positionierten sich Maaß und Susanne Niebuhr (WIR für Uelzen) klar gegen den Verkauf. Hans-Jürgen Heuer von der CDU, der auch im Rat sitzt, sagte hingegen: „Ich bin heilfroh, dass wir jemanden gefunden haben, der in Holdenstedt investiert. Ich stehe dahinter, da wir somit auch keine öffentlichen Gelder mehr in Schloss und Schlosspark reinpulvern müssen.“

Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt hatte kürzlich eine siebenstellige Summe genannt, die der Investor vertraglich bindend in die Sanierung des Schlosses stecken müsse. Im Jahr 2018 hatte es vier Kaufinteressenten gegeben. „Konkret verhandelt haben wir nur mit einem, da hier unter anderem das Angebot deutlich höher war als das der anderen drei“, so Markwardt.

Bei der Sitzung des Betriebsausschusses Gebäudewirtschaft äußerte Ingetraud Schmäcke während der Einwohnerfragestunde Skepsis gegenüber dem Investor, da dieser an einigen GmbH „nur drei bis zehn Monate“ beteiligt gewesen sei. Markwardt: „Ich habe ein gutes Gefühl. Seine Famile steht der Kultur sehr nahe.“

VON TIMO HÖLSCHER

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