1. az-online.de
  2. Uelzen
  3. Stadt Uelzen

Widerstand gegen die Bahn: Bürgerinitiative in Kirch- und Westerweyhe gegründet

Erstellt:

Von: Lars Becker

Kommentare

Rund 200 Menschen aus Kirch- und Westerweyhe kamen am Donnerstagabend zum Sportplatz und gründeten die Bürgerinitiative gegen eine Neubaustrecke der Bahn.
Rund 200 Menschen aus Kirch- und Westerweyhe kamen am Donnerstagabend zum Sportplatz und gründeten die Bürgerinitiative gegen eine Neubaustrecke der Bahn. © Lars Becker

Donnerstagabend hat sich auf dem Sportplatz am Kämpenweg in Uelzen die „Bürgerinitiative Kirch- und Westerweyhe DB Trassenwahn“ gegründet. Bereits mehr als 300 Bürger machen mit.

Uelzen – Die in Sachen Bürgerinitiative erfahrenen Kirch- und Westerweyher – Stichwort Ortsumgehung – haben am Donnerstagabend Nägel mit Köpfen gemacht: Rund 200 von ihnen kamen zur Gründungsversammlung der „BI Kirch- und Westerweyhe DB Trassenwahn“ vor das Vereinsheim des SCK am Kämpenweg. Schon mehr als 300 sind sogar in der WhatsApp-Gruppe registriert, die als „modernes Mitgliederverzeichnis“ im Kampf gegen eine mögliche Neubautrasse der Bahn zwischen den Ortsteilen hindurch dient.

„Je mehr wir sind, desto besser sind wir in Berlin zu hören. Wir müssen laut sein, richtig laut, damit diese Horrortrasse nicht gebaut wird. Wir fordern den Ausbau der Bestandsstrecke Hamburg–Hannover, die Alpha-E-Variante. Wir wollen keine Neubaustrecke – egal welche. Und ich bin mir sicher, dass wir Erfolg haben, auch wenn die Chancen vielleicht nicht so gut stehen“, ruft Ortsbürgermeister Karl-Heinz Günther leidenschaftlich ins Mikrofon – und erntet dafür viel Applaus.

Abstand zu Baugebieten relativ klein

Günther betont, dass Kirch- und Westerweyhe zusammengehörten und nicht willens seien, sich durch eine weitere Bahnstrecke trennen zu lassen, die die Gemarkung zerschneidet, SCK-Sportanlage, Teiche, Stadtforst, Bestattungswald und Wildgatter bedrohe. Zudem liege der Abstand zu den Baugebieten Westerfeld, Kahlenberg, Stadtberg IV oder Wiedemannskoppel bei wenigen hundert Metern.

Eine weitere Lärmbelastung durch Züge sei nicht hinnehmbar. Unter der Regie von Werner Buchmeier sind bereits die ersten Mahnkreuze gebaut und aufgestellt worden – etwa am Bahnübergang Kämpenweg.

Weiterer Infoabend für den Stern geplant

Und es geht weiter mit dem Widerstand gegen die Bahnpläne: Am 12. August soll eine Menschenkette mit mehr als 1000 Personen zwischen Kirch- und Westerweyhe stehen. Mahnfeuer sollen am 19. August am möglichen Trassenverlauf brennen und am 9. September wird es auf dem Spielplatz am Wildgatter eine weitere Informationsveranstaltung für die Bürger des Sternviertels geben.

Für den 15. September ist seitens der Lenkungsgruppe der neuen BI die Teilnahme an einer großen Demonstration in Celle geplant – und ebenfalls im September soll die große Demo durch Uelzen mit Treckern und allen Gegnern der Trassenpläne stattfinden.

Lenkungsgruppe aus beiden Ortsteilen

„Wir müssen noch viel mehr werden als heute hier sind. Die, die noch träge zuhause sitzen, müssen wir wachrütteln. Aber ich bin sehr glücklich darüber, was in der einen Woche alles passiert ist“, sagte Stefan Zanders, der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Kirchweyhe.

Je fünf Personen aus beiden Ortsteilen bilden die Lenkungsgruppe der Bürgerinitiative, die sich bereits getroffen hat. Am Donnerstagabend wurden vor dem Vereinsheim weiter kräftig Telefonnummern für die besagte WhatsApp-Gruppe und Unterschriften gegen den „Trassenwahn“ gesammelt.

Auch interessant

Kommentare