UWG im Uelzener Rat gegen den Neubau am Bahnhof

Parkhaus als „Groschen-Grab“?

Ralf Munstermann (links) und Joachim Delekat (rechts) stehen am Gelände des neuen Parkhauses am Hundertwasser-Bahnhof in Uelzen. Sie sprechen sich lediglich für eine Parkfläche aus.
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Gegen den Ersatzbau des Parkhauses am Hundertwasser-Bahnhof: Die UWG mit Ralf Munstermann (links) und Joachim Delekat (rechts)
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    vonNorman Reuter
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In diesem Jahr soll der Spatenstich für den Neubau des Parkhauses am Uelzener Hundertwasser-Bahnhof gesetzt werden. Doch es regt sich Widerstand. Die UWG im Uelzener Rat sagt: Eine Stellfläche ist ausreichend.

Uelzen – Die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) im Rat nimmt noch einmal einen Anlauf: Die Fraktion macht sich für eine Kehrtwende beim geplanten Neubau des Parkhauses am Uelzener Hundertwasser-Bahnhof stark. Nach Auffassung der Fraktion ist eine Parkfläche ausreichend. Ralf Munstermann, Vorsitzender der UWG im Rat, nennt die Parkhaus-Pläne ein „Groschen-Grab“ für die Hansestadt.

Wie berichtet, ist das alte Parkhaus am Bahnhof abgerissen worden. Eine Sanierung war nicht mehr wirtschaftlich. Die Politik beschloss mehrheitlich einen Neubau. Ralf Munstermann sagt: „Normalerweise stellen wir Ratsbeschlüsse nicht noch einmal infrage.“ Aber in diesem Fall stelle sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Projekts.

„Das alte Parkhaus gibt es nicht mehr. Das Stadthallen-Gelände ist wegen des Impfzentrums nicht zu nutzen. Und die Schillerstraße ist gesperrt“, zählt Munstermann auf. Damit seien viele Parkplätze weggefallen, ohne dass Menschen nun verzweifelt Stellplätze suchen. Zudem: Das geschaffene Ausweichquartier an der Albrecht-Thaer-Straße werde ja angenommen. Die Stadt hatte im Wissen um den Abriss des Parkhauses am Bahnhof dort eine Parkfläche errichten lassen.

Aus Sicht der UWG sollte auch lediglich eine solche Parkfläche auf dem Gelände des einstigen Parkhauses entstehen. Ja, dann seien die Autos im Winter kalt und im Sommer aufgeheizt, das wisse er, so Munstermann. Aber seine Fraktion stellt die Frage der Notwendigkeit für ein neues Parkhaus – mit Blick auch auf die Kosten.

„Aber Steuergeld ist Steuergeld“

Ralf Munstermann

Sicher, dass nun keine akute Parkplatznot herrsche, sei auch der Pandemie geschuldet, so Munstermann. Er ist aber überzeugt, dass sich dauerhaft die Arbeitswelt verändere. Die Menschen würden auch nach Abklingen der Pandemie stärker von zu Hause aus arbeiten, damit nicht so häufig pendeln. Ob es dann noch eine Auslastung des Parkhauses gebe, sei fraglich.

Besagte Parkfläche seien bei einer Variantenbetrachtung mit 2,8 Millionen Euro veranschlagt worden. Was in dem Fall verloren gehe, seien Planungskosten fürs Parkhaus. Nach Angaben der Stadt liegen diese für Architekt, Statiker und Fachplaner bei circa 950 000 Euro. Als Gesamtkosten für den Neubau des Parkhauses sind 8,3 Millionen Euro veranschlagt. Etwa 4 Millionen Euro sollen mithilfe von Fördermitteln beglichen werden. „Aber Steuergeld ist Steuergeld“, meint Munstermann. Und er erinnert daran, dass das Parkhaus auch bewirtschaftet werden müsse. Eingesparte Gelder könnten sinnvoller an anderer Stelle eingesetzt werden. „Das soll lieber in die Stadtentwicklung fließen“, meint Fraktionsmitglied Joachim Delekat.

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