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Weihnachtsmarkt-Betreiber Matthias Mantau zieht durch Corona getrübte Bilanz

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Von: Lars Becker

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Rund um die neue Weihnachtspyramide auf dem Herzogenplatz, aber auch an St. Marien sorgte die 2G-plus-Regel für weniger Besucher – und weniger Umsatz.
Rund um die neue Weihnachtspyramide auf dem Herzogenplatz, aber auch an St. Marien sorgte die 2G-plus-Regel für weniger Besucher – und weniger Umsatz. © Oliver Huchthausen

Wie fällt die Bilanz des Weihnachtsmarktes Uelzen 2021 für Matthias Mantau aus, der erstmals als Ausrichter verantwortlich für die Durchführung war? Seine Antworten sind nicht überraschend: Corona hat gute Geschäfte so gut wie unmöglich gemacht.

Uelzen – Etwas mehr als eine Woche ist seit Ende des „Weihnachtszaubers 2021“ in der Hansestadt Uelzen vergangen. Matthias Mantau hat die Tage mit der Familie verbracht, in aller Ruhe und Gemütlichkeit Weihnachten gefeiert. Der Schausteller aus Bad Bevensen hat zum ersten Mal den Weihnachtsmarkt verantwortet.

Er hat einen Fünf-Jahres-Vertrag unterschrieben und direkt bei seiner Premiere als Ausrichter jene fast 20 Meter hohe Weihnachtspyramide auf den Herzogenplatz gebracht, die eigens für Uelzen in Massivholz-Weise gebaut worden ist. Sie war ohne Frage der große Blickfang und das beliebteste Foto-Motiv in der Adventszeit.

Resonanz insgesamt „sehr schwach“

Damit aber ist es fast auch schon vorbei mit den positiven Dingen, die Mantau im Gedächtnis bleiben werden vom ersten Weihnachtsmarkt unter seiner Regie in seiner Heimatstadt. Warum? Weil die Corona-Pandemie mit ihren strengen Vorgaben bessere Umsätze verhindert hat.

„Natürlich waren wir alle sehr enttäuscht, dass sich die Verordnung während des Weihnachtsmarktes verschärft hat. Mit 2G haben wir angefangen und nach dem ersten Wochenende auf die 2G-plus-Regel umgestellt. Und wer lässt sich schon gerne für Glühwein und Bratwurst extra testen? Wir können froh sein über jeden Besucher, der das getan hat“, sagt Mantau, der die Resonanz insgesamt als „sehr schwach“ einordnet – und damit indirekt viel dazu sagt, wie es ihm und allen anderen Schaustellern ergangen ist.

Hilfe vom Staat für Schausteller „bitter nötig“

Nicht umsonst hatte er sich sogar bereit erklärt, das Standgeld um die Hälfte zu reduzieren – eine Geste, die sehr gut angekommen ist. „Als Unternehmer hat man das Risiko. Ich hätte niemals damit gerechnet, dass es noch mal so schlimm wird mit Corona. Wir alle in der Schausteller-Branche müssen auf Unterstützung durch den Staat hoffen. Die ist bitter nötig. Wir hatten gehofft, durch die Weihnachtsmärkte so viel Geld einzunehmen, um den Winter überbrücken zu können. Das ist leider nicht der Fall gewesen. Wenn jetzt nichts passiert, weiß ich auch nicht, wie es weitergehen soll“, gibt Mantau offen zu.

Er ist auch 2. Vorsitzender des Lüneburger Schausteller-Verbandes und deshalb nah dran am Deutschen Schaustellerbund, der für die Familienbetriebe versucht, im Dialog mit der Politik Unterstützung zu erhalten. DSB-Präsident Albert Ritter hatte mehrfach erklärt, dass Schausteller vor dem Aus stehen.

Hoffen auf den „Frühlingsdom“ in Hamburg

„Mitarbeiter sind in Kurzarbeit, entlassen worden oder haben sich selbst etwas Neues gesucht. Bei mir kommen drei Stammkräfte nicht mehr wieder. Das ist bitter, weil sie meinen Betrieb und alle Geschäfte kennen“, so Mantau, für den die nächste Chance auf Umsätze weit weg ist: Er ist Stammbeschicker des Hamburger Frühlingsdoms (25. März bis 24. April 2022).

„Ich hoffe inständig, dass der stattfinden kann. Trotz allem: Ich gehe mit vollem Elan in die neue Saison und freue mich schon jetzt auf den Uelzener Weihnachtsmarkt 2022, den wir hoffentlich unter anderen Umständen durchführen können“, betont Matthias Mantau, der in diesem Jahr auch parallel zu Uelzen beim Lüneburger „Winterhof zur Krone“ mit weniger Gästen und weniger Umsatz leben musste.

„Was wir tun konnten, haben wir getan“

Wichtig für ihn: Das Feedback der Uelzener auf die Pyramide und das Gesamtbild des Marktes – ohne Kunstgewerbe, weil viele Anbieter das Risiko hoher Vorleistungen für den Wareneinkauf nicht eingehen wollten – sei positiv gewesen. Bis auf ein Betrieb hätten alle durchgehalten. „Von der Ausrichtung her ist alles gut gelaufen. Was wir tun konnten, haben wir getan“, so Mantau, der für 2022 auf ein umfangreicheres Rahmenprogramm hofft.

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