Aktion „Licht an!“

Uelzen: Warum die Polizei derzeit Radler stoppt

Aktion „Licht an!“: Polizist Frank Dreyer und Martin Schwanitz von der Verkehrswacht sensibilisieren Radler
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Aktion „Licht an!“: Polizist Frank Dreyer und Martin Schwanitz von der Verkehrswacht sensibilisieren Radler
  • Norman Reuter
    vonNorman Reuter
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Die Uelzener Polizei kontrolliert zurzeit Radfahrer. Ist die Beleuchtung ausreichend? Ist das Fahrrad verkehrssicher? 220 Radler wurden bislang gestoppt. Bei etwa jedem Dritten wurden Mängel festgestellt. Jetzt „dreht“ die Polizei noch mal auf.

Uelzen – Nicht nur mit grellgelben Rädern an verschiedenen Plätzen Uelzens sensibilisieren Polizei und Verkehrswacht zurzeit Radfahrer dafür, an eine ausreichende Beleuchtung zu denken. Im Rahmen der gestarteten Aktion „Licht an!“ (AZ berichtete) wird auch kontrolliert. Und nach ausschließlich mahnenden Worten in der ersten Woche der Kontrollen für jene, bei denen Mängel an den Rädern festgestellt wurden, ziehen die Polizisten jetzt die Zügel an.

Gut 220 Radfahrer sind in den ersten etwa zehn Tagen angehalten worden. Die Polizeistatistik weist 68 Fälle aus, bei denen Mängel hinsichtlich der Verkehrssicherheit und Beleuchtung festgestellt wurden. Dabei sei auch deutlich geworden, dass Radfahrer nicht immer wüssten, über welche Ausstattung Räder verfügen müssten, berichtet Frank Dreyer, Kontaktbeamter der Polizei.

Funktionierende Bremsen, Leuchten vorn und hinten, sind das eine. Die Räder sind aber auch mit Reflektoren auszustatten. Dreyer sagt, dass die Aktion bei den Radfahrern ankommt. „Das wird sehr positiv angenommen“, so der Kontaktbeamte.

Zum Auftakt haben es die Polizisten bei Erklärungen und mahnenden Worten belassen, um auch nicht gleich in die Vollen zu gehen. Nun aber verschärfen die Beamten ihre Vorgehensweise, wie Dreyer ankündigt. Demnach erhalten Radfahrer, bei denen Mängel festgestellt werden, ein sogenanntes Mängelprotokoll. Darin werde festgehalten, was am Rad für eine sichere Fahrt zu erledigen ist. „Das Rad ist dann bei der Wache vorzuführen, wenn die Arbeiten erledigt sind“, so Dreyer. Wie viel Zeit den Radfahrern für das Beheben der Mängel gegeben wird, liegt im Ermessen der Polizisten. Ein bis zwei Wochen sind üblich.

Wird das Rad nicht rechtzeitig vorgeführt, meldet die Polizei eine Verkehrsordnungswidrigkeit an die Verkehrsbehörde, also den Landkreis. Ein Verwarngeld von 20 Euro wird in diesem Fall fällig.

Die Aktion „Licht an!“ mit den Kontrollen läuft nicht ohne Grund jetzt. Im Frühjahr steigen die Menschen wieder verstärkt aufs Rad. Die Zahl der Radler nimmt auch vor dem Hintergrund der Klimaschutzdebatten zu. „Radfahren ist super beliebt“, erläuterte Martin Schwanitz von der Verkehrswacht Lüneburg zu Beginn der Aktion. Gleichzeitig sind die Tage aber noch vergleichsweise kurz, weswegen eine unzureichende Beleuchtung ein Risiko bei Fahrten in der Dämmerung darstellt. „Wenn Autofahrer im Dunkeln nur Schatten wahrnehmen können, ist es vielleicht zu spät“, sagt Martin Schwanitz.

Die Kontrollen sollen bis in den März hinein stattfinden. Über die geplante Anzahl und Orte macht die Polizei keine näheren Angaben. Frank Dreyer: „Wir versuchen, das in den Früh- und Spätdienst zu integrieren.“ Übrigens haben die Polizisten nicht nur einen Blick auf die Beleuchtung und Verkehrssicherheit. Wie Frank Dreyer berichtet, seien bei Kontrollen auch zwei Betäubungsmittel-Vergehen geahndet worden. Zudem sei bei einem Radler ein Böller entdeckt worden.

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