Herbert Grönemeyer im AZ-Interview: Der Star mischt sich auch unters Publikum

Uelzen voraus!

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Berlin/Uelzen. Die Vorbereitungen für das Konzert von Herbert Grönemeyer in Uelzen laufen auf Hochtouren.

Der Deutschrocker selbst sprach am vergangenen Donnerstag im Soho-House in Berlin mit Journalisten aus den Städten, in denen er während der Schiffsverkehr Tour 2012 in Deutschland, Belgien und Österreich auftritt. In Uelzen wird der Star am 19. Mai auf dem Albrecht-Thaer-Gelände auftreten. Wie er sich auf die Bühne einstimmt, hat er im Interview verraten.

Warum haben Sie für die Tour im nächsten Jahr kleinere Städte gewählt? Herbert Grönemeyer: Wir spielen bewusst, gerne und immer schon auch in kleinen Dimensionen. Die schwierigsten Konzerte sind die Flachfelder, auf einer Wiese wie zum Beispiel beim Konzert 1991 in Ahrensfelde. Dann erstreckt sich das Publikum bis in die Ferne. Aber für solche Flachfelder gibt es mittlerweile auch Tribünen.

(Anm. der Red.: Mit dem Konzert in Ahrensfelde, das von 100 000 Fans besucht wurde, hält Grönemeyer den Zuschauerrekord für einen deutschen Musiker.)

Wann starten Sie mit den Proben für die Tournee? Die Proben beginnen Anfang Mai.

Wie entwickeln Sie das Programm für die Tour? Wir stellen ein Repertoire von 30 Stücken zusammen, können aber auch viele Stücke auf Zuruf spielen. Man macht eine Platte und geht dann auf Tour. Wie die neuen Lieder sich da entwickeln, stellt man selbst dann erst fest. Ich hab schon auf der Bühne gestanden und gedacht, das ist aber ein schönes Lied. Lieder müssen Luft kriegen wie so ein Wein. „Wäre ich einfach nur feige“ ist so ein Lied auf dem Album „Schiffsverkehr“. Das ist unheimlich schön, wenn wir es live spielen. Es gibt Lieder, die sich so über die Jahre erst entwickeln, „Land unter“ zum Beispiel. Wie bereiten Sie sich in den letzten Tagen vor der Tournee vor? Gehen Sie den Ablauf durch? Ja genau, und an den letzten Tagen vor Tourstart gibt es technische Proben. Die Aufregung legt sich nie komplett. Es ist eine unheimliche Freude und macht tierisch Laune. Wenn es läuft, will man natürlich gar nicht mehr aufhören, das macht schon Spaß. Ich geh auch kurz vor dem Konzert mal mit einer Mütze unter das Publikum, um die Stimmung mal so aufzunehmen. Das ist schon für einen selbst auch verblüffend. Für uns alle ist das unglaublich. Und wie verbringen Sie die letzte Viertelstunde vor dem Konzert? Es gibt Rituale. Ich werde massiert und esse Reis und Hühnerbeine mit Limonengras, weil ich als Kind immer Brust essen musste und meine Brüder die Hühnerbeine bekamen. Dann singe ich mich ein und dann treffen wir uns als Band, wir machen Dehnübungen. Und dann geht man raus.

Sie treten seit Anfang der 80er Jahre auf. Aber in Ihrem Publikum sind ja nicht nur Fans, die von Anfang an dabei sind. Wie ist die Altersstruktur? Es ist ein ganz guter Querschnitt, auch aufgrund unserer Preispolitik, wir liegen deutlich unter anderen Konzertpreisen. Es geht quer durch alle Generationen. Ihr Sohn lebt in England und Ihre Tochter in Berlin, Sie selbst sind sehr oft in Deutschland. Sind Ihre Kinder bei Ihren Konzerten dabei? Sie sind schon gerne auf den Konzerten. Aber natürlich sind sie nicht immer dabei. Die ganze Crew kannte sie schon als Babies. Die Atmosphäre ist sehr familiär.

Von Diane Baatani

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