Geplante Kinderbetreuung am Emsberg

Viele offene Fragen zum Kita-Neubau

Spielzeug für Kleinkinder in einer Kita
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Am Emsberg in Uelzen sollen künftig Kinder in einer Kita betreut werden
  • Norman Reuter
    vonNorman Reuter
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Das Umweltmanagement der Hansestadt Uelzen spricht von einem Leuchtturmprojekt. Gemeint ist die geplante „grüne“ Kita am Emsberg. Doch nach dem Startschuss für das Vorhaben wird´s jetzt holprig: Die Politik hat Fragen zum Standort und zur Bauweise.

Uelzen – Es ist bisher ein grobes Konzept, das die Uelzener Stadtverwaltung zur geplanten Kita am Emsberg vorgestellt hat. Bis 2023 soll sie stehen. Sie soll neue Maßstäbe in Sachen Klimaschutz in Uelzen setzen. Bebaut werden soll ein Grundstück zwischen Pestalozzi-Schule und Turnhalle am Emsberg. Und die Kita soll als zweigeschossiges Gebäude errichtet werden. Wenige bisher festgezurrte Punkte, die aber die Uelzener Stadtpolitik durchaus beschäftigen. Es sind der ausgewählte Standort und die angedachte Bauweise, an denen sich die Gewählten reiben.

An dem möglichen Bauareal stoßen sich UWG-Ratsherr Herwig Maaß und die Grünen-Ratsfrau Judith Libuda. Die bewaldete Fläche erscheint ihnen nicht geeignet. Libuda spricht von einer „kleinen grünen Lunge“ Uelzens, die bebaut werden solle. Libuda weiß den Nabu an ihrer Seite (AZ berichtete).

Das ausgeguckte Grundstück liegt wenige hundert Meter entfernt von der bisherigen Kita an der Niendorfer Straße, deren Sanierung nicht mehr wirtschaftlich ist. Sie soll durch den Neubau am Emsberg ersetzt werden. Im gleichen Atemzug werden zusätzliche Betreuungsplätze geschaffen. Man habe einen Platz in der Nähe der bisherigen Kita gesucht, heißt es von der Stadt zur Standortwahl. Mit einer angedachten zweigeschossigen Bauweise werden 5000 Quadratmeter samt Außengelände benötigt.

Kritisiert die geplante Bauweise: Margrit Niebuhr

Aber auch an der Bauweise entzündet sich Kritik, wie jetzt im Sozialausschuss deutlich wurde. Ein zweigeschossiges Kita-Gebäude kommt für die Ratsfraktion „WIR für Uelzen“ nicht in Frage: „Warum will man auf Biegen und Brechen ein Obergeschoss?“, fragt Fraktionsmitglied Margrit Niebuhr. Die Treppe sei eine riesige Gefahrenquelle. Es müsse mehr Aufsichten geben, die Kinder seien gebundener, als wenn sie durch die Tür direkt aufs Außengelände gelangen könnten“, meinte die Ratsfrau.

„Warum will man auf Biegen und Brechen ein Obergeschoss?“

Margrit Niebuhr

Die Verwaltung hat Einschätzungen eingeholt, unter anderem von der Stiftung „Leben leben“, die in der Stadt eine zweigeschossige Kita betreibt. Dort sei der Treppenaufgang durch Schutzgitter gesichert, sodass er für die „Kinder keine große Gefahr“ darstelle, heißt es in der Stellungnahme von Leben leben. Im Obergeschoss untergebrachte Büroräume erlaubten auch eine ungestörte Büroarbeit und Personalgespräche.

Auch das DRK, das bislang die Kita an der Niendorfer Straße betreibt und auch am Emsberg tätig sein soll, weist auf diesen Vorteil hin, wenn zweigeschossig gebaut werde. Es könne auch zu einer natürlichen Entzerrung kommen, wenn es – wie jetzt – einen Pandemiefall gebe.

Sozialdemokrat Klaus Knust

Bei einer eingeschössigen Bauweise würde mehr Platz benötigt. Nach Angaben der Stadt würden dann 6000 Quadratmeter gebraucht. Ob nun mit nur einem oder zwei Geschossen gebaut wird, ob am ausgewählten Standort oder doch wo anders – das bleibt zunächst unklar. Die Gewählten wollen nun in ihren Fraktionen beraten, weil der gesamte Komplex – wie der Sozialdemokrat Klaus Knust sagt – „noch so viele Fragen aufwirft“. Die Stadt erklärt, dass das den Zeitplan nicht weiter beeinflusst. Entscheidungen müssten erst bei der Haushaltsgenehmigung im Mai, Juni vorliegen.

Kita-Kosten für die Stadt steigen

Die Stadt Uelzen rechnet damit, dass sie in den kommenden Jahren mehr für die Kinderbetreuung auszugeben hat. Das geht aus Zahlen der Kämmerei hervor, die jetzt im Sozialausschuss vorgestellt wurden. Für 2021 werden Ausgaben in Höhe von 5,6 Millionen Euro erwartet. Im Jahr 2024 werden es voraussichtlich knapp 7,6 Millionen Euro sein.

Wie Kämmerer Dr. Florian Ebeling erklärte, liege das an einer steigenden Zahl an Betreuungsplätzen in der Stadt und damit verbundenen höheren Personalaufwendungen. Auch Kita-Neubauten wie am Emsberg würden zu höhren Ausgaben führen.

Die erwarteten Ausgaben im Überblick:

2021: ca. 5,6 Mio. Euro

2022: ca. 6,9 Mio. Euro

2023: ca. 7,2 Mio. Euro

2024: ca. 7,6 Mio. Euro

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