Teurere Schulfahrten

Unterricht außerhalb des Landkreises Uelzen: Eltern müssen tiefer in die Tasche greifen

Wer sein Kind ab dem kommenden Schuljahr an eine Bildungseinrichtung jenseits der Kreisgrenzen schicken will, muss für die Schülerbeförderung tiefer in den Geldbeutel greifen.
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Wer sein Kind ab dem kommenden Schuljahr an eine Bildungseinrichtung jenseits der Kreisgrenzen schicken will, muss für die Schülerbeförderung tiefer in den Geldbeutel greifen.

Uelzen/Landkreis – Eltern, die künftig ihre Kinder an eine weiterführende Schule außerhalb der Kreisgrenzen schicken wollen, erhalten einen geringeren Zuschuss zur Schülerbeförderung. Greifen wird die Regelung zum nächsten Schuljahr 2021/22. So hat es die Kreispolitik festgelegt.

Ausgenommen sind Familien, deren Kinder eine Förderschule zu besuchen haben. Und für all jene Familien, deren Kinder bereits eine weiterführende Schule außerhalb des Landkreises besuchen, gilt bis zum Ende der zehnten Klasse ein „Bestandsschutz.“ Die Kreisverwaltung spricht von einer Übergangsregelung.

Léonard Hyfing, FDP

Ausgangspunkt für die Änderungen ist das mit dem Jahresstart eingeführte Tarifsystem des Landkreises Uelzen für den Busverkehr. Demnach kostet die teuerste Schülerjahreskarte für den Landkreis nur noch 502 Euro anstatt wie früher 1484 Euro. Und maximal gewährt der Landkreis für Schüler, die außerhalb der Kreisgrenzen unterrichtet werden, nur den Betrag für die teuerste Jahreskarte – also 502 Euro. Das macht eine Differenz von gut 980 Euro zur alten Regelung.

Familien, deren Kinder bereits eine Schule außerhalb des Landkreises besuchen, sollen finanziell durch die Änderung nicht ins Schlingern geraten. So gilt der Bestandsschutz und zwar auch noch für jene Familien, deren Kinder jetzt erst seit diesem Schuljahr an einer weiterführenden Schule außerhalb des Landkreises unterrichtet werden. So hat es zuletzt der Kreistag festgelegt. Die Kreisverwaltung hatte ausgeführt, dass bei den Info-Tagen der Schulen im vorigen Winter, bei denen sich Eltern das Unterrichtsangebot erklären ließen und danach womöglich eine Wahl trafen, die finanziellen Änderungen zur Schülerbeförderung noch nicht bekannt waren.

Kinder aus dem Landkreis Uelzen besuchen unter anderem die KGS in Clenze, aber auch Schulen in Munster, Lüneburg und Hitzacker, wie der Landkreis Uelzen mitteilt. Mit dem Bestandschutz sind für ihn Ausgaben verbunden in Höhe von 428 000 für Schüler, die in Clenze unterrichtet werden und von 132 000 Euro für Schüler, die an anderen Schulen außerhalb des Landkreises unterrichtet werden.

Im jüngsten Kreistag ist es Léonard Hyfing (FDP), der eine Verbindung zwischen der neuen Regelung und der Debatte um die Zukunft der Schullandschaft im Landkreis Uelzen herstellt. Es sei die Frage zu stellen, warum Eltern sich für Schulen außerhalb entscheiden. „Wenn wir jetzt keine Gesamtschule schaffen, machen wir Bildung zu einer Frage von Kosten“, sagt er. Und: „Wir dürfen es auf keinen Fall zulassen, die Wahl von Bildungsangeboten zur Frage des Geldbeutels machen“, so Léonard Hyfing. Die FDP im Kreistag spricht sich unter anderem für eine Integrierte Gesamtschule aus. VON NORMAN REUTER

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