Uelzen unterm Stethoskop

Noch bis Sonnabend ist das Team des Robert-Koch-Instituts um Studienarzt Marcus Schmidt in Uelzen vor Ort.

Uelzen - Von Bernd Schossadowski. „Das ist ein großer Rundumschlag zum Thema Gesundheit.“ So beschreibt Pressesprecherin Anke-Christine Saß die aktuelle Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI). Im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums werden zurzeit deutschlandweit 7500 Erwachsene in 180 Orten untersucht (AZ berichtete). Das Besondere daran: 29 von ihnen kommen aus der Stadt Uelzen. Sie sind nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, werden seit Dienstag im Kreis-Gesundheitsamt auf dem Rahlande untersucht und sollen repräsentativ für die Gesamtbevölkerung sein.

Noch bis Sonnabend ist das Team des RKI um Studienarzt Marcus Schmidt und seine drei Mitarbeiterinnen vor Ort. Auf die Testpersonen wartet dabei ein umfangreiches medizinisches Programm, dessen Teilnahme jedoch freiwillig ist. Unter anderem werden Körpergewicht, Größe, Blutdruck und Puls gemessen, Blut- und Urinproben genommen und die Schilddrüse per Ultraschall untersucht. Hinzu kommen Fragen zum individuellen Gesundheitsverhalten und bei unter 65-Jährigen ein Fahrrad-Ergometer-Test. Der gesamte Untersuchungszyklus dauert zweieinhalb bis dreieinhalb Stunden pro Person. Diese bekommen als Dankeschön 30 Euro.

„Zum Abschluss gibt es für jeden Teilnehmer noch ein ärztliches Gespräch, bei dem ihm die ersten Resultate mitgeteilt werden, sagt Anke-Christine Saß. „Nachdem die Proben im Labor untersucht wurden, erhält jeder nach sechs bis acht Wochen einen Brief mit detaillierten Ergebnissen.“

Für die Studie gebe es strenge wissenschaftliche Kriterien, betont die Pressesprecherin. „Jede Untersuchung ist hoch standardisiert, Störungen müssen dabei unbedingt vermieden werden, weil sie Einfluss auf das Ergebnis haben könnten.“

Bis zum Herbst 2011 dauert die Studie, die Ergebnisse werden voraussichtlich im Jahr 2013 veröffentlicht. Das RKI erhofft sich dabei, mit Daten belegen zu können, was es schon seit langem vermutet: dass nämlich die Zahl der nicht übertragbaren Krankheiten wie Krebs oder Herz-Kreislauf-Probleme steigt – und zwar bundes- und europaweit. Zudem bietet die aktuelle Untersuchung einen guten Vergleich zur ersten Studie des RKI aus dem Jahr 1998, bei dem Menschen in bundesweit 120 Orten untersucht worden waren. Seite 4

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