Corona-Krise macht privatem Theater schwer zu schaffen / Aktuell Absagen bis 18. April

Uelzen: Überlebenskampf für Neues Schauspielhaus

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Bis Ende Juni sind noch neun Veranstaltungen im Neuen Schauspielhaus geplant.

Uelzen – Johannes Vogt-Krause ist aktuell sehr traurig. Sehr traurig deshalb, weil es derzeit keine kulturellen Veranstaltungen in Uelzen und Umgebung wegen der Corona-Pandemie gibt.

„Die Lage ist prekär, und der Ernst der Lage ist uns bekannt“, sagt der erste Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Kunst im Kreativen Speicher, der das Neue Schauspielhaus an der Rosenmauer 9 in Uelzen betreibt.

Er denke dabei vor allem an die vielen freischaffenden Künstler, die aktuell nicht auftreten können und daher über keine bzw. deutlich weniger Einnahmen verfügen. Vogt-Krause: „So macht das Ganze aktuell keinen Spaß. “.

Ums Überleben kämpfe aber auch das Neue Schauspielhaus. Vom 14. März bis 18. April fallen wegen der behördlichen Auflagen fünf Veranstaltungen aus. „Auch danach gehe ich zunächst noch nicht wieder von einem normalen Leben aus“, so Vogt-Krause. Fixkosten für Strom, Heizung und Wasser am Gebäude bleiben schließlich. Zumindest muss das Theater die Künstler, deren Veranstaltungen wegen der Corona-Krise ausfallen, nicht bezahlen. „Hier greift der Vertragspassus, dass wir bei einem Ausfall wegen höherer Gewalt nichts zahlen müssen“, erklärt der Vereinsvorsitzende.

Sechs geplante Veranstaltungen hat das private Theater noch bis Ende Juni – rund 40 Veranstaltungen sind im zweiten Halbjahr 2020 vorgesehen. Karten werden über das Ticketportal Reservix verkauft. Vogt-Krause: „Fallen weitere Veranstaltungen aus, für die wir über Reservix bereits Gelder bekommen haben, müssen wir diese natürlich zurückgeben.“ Mit weiteren Absagen nach dem 18. April wolle man zwar noch abwarten, Vogt-Krause rechnet aber nicht mit einer baldigen Aufhebung des Kontaktverbotes: „Ich bin ziemlich sicher, dass das noch verlängert wird.“ Bliebe das Neue Schauspielhaus monatelang geschlossen, wäre ihm laut Vogt-Krause seine Existenzgrundlage entzogen.

„Wir bemühen uns um staatliche Unterstützungsgelder sowie Zuschüsse und werden sicher auch mit unserer Bank reden müssen“, so der Vereinsvorsitzende. Helfen würde dem Theater auch der Kauf eines Uelzener Stadtgutscheins. Das Prozedere dazu wird auf seiner Homepage unter www.neues-schauspielhaus-uelzen.de ausführlich erklärt.

VON TIMO HÖLSCHER

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