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Tom Kaluza gilt nach neun Jahren offiziell als Entdecker eines Asteroiden

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Von: Lars Becker

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Zwischen diesen Fotos liegen fast neun Jahre: Links hält Tom Kaluza im Juli 2013 das Gerät in der Hand, mit dem sich die Lichtverschmutzung messen lässt. Rechts zeigt er in Richtung Himmel zu „seinem“ Asteroiden.
Zwischen diesen Fotos liegen fast neun Jahre: Links hält Tom Kaluza im Juli 2013 das Gerät in der Hand, mit dem sich die Lichtverschmutzung messen lässt. Rechts zeigt er in Richtung Himmel zu „seinem“ Asteroiden. © Archiv/privat

Tom Kaluza (23) aus Uelzen-Veerßen gilt jetzt offiziell als Entdecker eines Asteroiden, der sich etwa 150 Millionen Kilometer von der Erde entfernt auf einer Umlaufbahn um die Sonne befindet. Er darf ihm jetzt einen Namen geben.

Uelzen-Veerßen – Diese E-Mail löste bei Tom Kaluza vor wenigen Tagen einen Zeitsprung in die Vergangenheit aus: Die Universität Heidelberg informierte den jungen Mann aus Veerßen darüber, dass er einem Asteroiden einen Namen geben darf.

Den entsprechenden astronomischen Kleinkörper – größer als ein Meteorit – hatte der heute 23-Jährige 2013 entdeckt. „Er befindet sich auf einer Umlaufbahn um die Sonne zwischen Mars und Jupiter und ist etwa 150 Millionen Kilometer von der Erde entfernt“, erklärt Kaluza.

Lichtverschmutzung im Landkreis Uelzen gemessen

Er erinnert sich im AZ-Gespräch: „Ich war relativ früh naturwissenschaftlich begeistert und habe viel Geld in Teleskope und andere Ausrüstung gesteckt. Über den Elternverein des Herzog-Ernst-Gymnasiums wurde damals ein Gerät angeschafft, mit dem ich Messungen zum Thema Lichtverschmutzung durchführen konnte – ein ,Sky quality meter‘.

Darüber, warum es an bestimmten Stellen im Landkreis Uelzen eine geringere Lichtverschmutzung gibt als anderswo und welche Auswirkungen das auf Natur und Himmel hat, habe ich eine Arbeit geschrieben für den Bundeswettbewerb der Astronomie“, so der Uelzener, der konkret meist eine Stunde nach Sonnenuntergang den Nachthimmel nach dem Kleinen Wagen und der Milchstraße absuchte und die Sicht darauf in Veerßen, Oldenstadt, Wrestedt und Borne verglich. Tom Kaluza gewann damals den zweiten Preis, der mit 500 Euro dotiert war.

„Ich hatte das gar nicht mehr auf dem Schirm“

Den Asteroiden, der er jetzt benennen darf, entdeckte der 23-Jährige nicht beim Blick durchs eigene Teleskop, sondern auf Daten der Universität Heidelberg. „Dort wird jede Nacht der Himmel fotografiert. Wegen der großen Datenmengen können die aber nicht alles selbst auswerten. Dabei habe ich mehrere Objekte identifiziert, die Asteroiden sein könnten“, erzählt er.

In einem Fall hat seine Vermutung von damals bestätigt: „Jetzt gelte ich als der Entdecker. Ich hatte das gar nicht mehr auf dem Schirm, das Thema ist damals irgendwann im Sande verlaufen, als ich die HEG-Schülerfirma übernommen habe. Ich habe jetzt das Vorschlagsrecht für einen Namen, muss dabei aber ein zehnseitiges Regelwerk beachten und eine Begründung dazu schreiben. Ein paar Ideen habe ich schon, das ist aber noch nicht spruchreif. Letztlich entscheidet ein Kongress“, erläutert Tom Kaluza das weitere Prozedere.

Mit der Astronomie hat er nichts mehr zu tun. Er war selbstständig in einer Werbemittel-Firma, jetzt ist er im Einzelhandel tätig. Aber vielleicht war die E-Mail aus Heidelberg ja auch so etwas wie der Wink mit dem Zaunpfahl, dass er sich doch einmal in Richtung Naturwissenschaft orientieren sollte...

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