Bis zu 200 Wohnungen sollen an Waldstraße entstehen / Kritik an Gebäudehöhen

Uelzen: Ein Stadtgebiet im Umbruch

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Die ersten Planungen: Dort, wo bisher das Heiligen-Geist-Stift steht (Bereich rechts), soll ein größerer Bau entstehen. Bis zur Propst-Raven-Straße sind Wohnhäuser vorgesehen.

Uelzen – Es ist ein Bauvorhaben, durch das ein Uelzener Stadtgebiet ein völlig neues Gesicht bekommen wird. Die beiden Projektplaner, die Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises (gwk) und die Heiligen-Geist-Stiftung, machen daraus auch keinen Hehl.

Jens Boetel, Geschäftsführer der gwk: „Uns ist klar, dass es eine deutliche Veränderung geben wird. “ Die Rede ist vom geplanten Bau von 150 bis 200 Wohnungen an der Waldstraße.

Dort stehende Bungalows sollen dafür weichen. Das ruft bisherige Mieter auf den Plan wie auch Anlieger, die Kritik an vorgesehenen Geschosshöhen der geplanten Gebäude üben. Das taten sie nun auch wieder während der Ausschussitzung für Stadtentwicklung am Donnerstagabend, in der die beiden Projektplaner ihre Ideen im Detail vorstellten.

In drei Bauabschnitten soll das Vorhaben realisiert werden – die Bagger sollen ab 2022 rollen. Der Abschluss ist für 2030 vorgesehen. An der Stelle des bisherigen Heiligen-Geist-Stifts entsteht nach den Plänen ein größeres Gebäude mit Wohnungen für Alleinlebende und Familien. In diesem sollen auch eine Tagespflege, Arztpraxen, ein Stadtteiltreffpunkt sowie eine Einkaufsmöglichkeit zu finden sein, erläutert Jens Boetel. Vier bis fünf Geschosse seien geplant.

Es sollen dann auf dem Gelände bis zur Propst-Raven-Straße, auf dem zurzeit Bungalows aus den 1960er-Jahren stehen, Wohnhäuser gebaut werden, drei- und viergeschossig. Sie sollen jeweils in U-Form angelegt werden, sodass ein „Innenbereich mit Grün“ entsteht.

Gebäude würden nach jetzigem Planungsstand mit der Front zur Propst-Raven-Straße abschließen. Jan Walter, der nicht weit weg wohnt, beklagt, dass der Entwurf nicht die Belange der Anlieger auf der anderen Seite der Propst-Raven-Straße, die unmittelbar auf die neuen Häuser schauen würden, berücksichtige. Sie bewohnen Bungalow-Bauten im Eigentum. Man werde auf Häusermauern schauen, heißt es von anderen Anliegern.

Auch unter den Politikern im Ausschuss werden die geplanten Höhen der Gebäude, gerade im Bereich der Propst-Raven-Straße, kritisch gesehen. Susanne Niebuhr (WIR für Uelzen) sagt energisch: „In dieser Geschossigkeit tragen wir das nicht mit.“ Karl-Heinz Günther (CDU) hat ebenfalls Bauchschmerzen, „das ist bombastisch“. Jan Henner Putzier nennt die Geschossigkeit eines von zwei Problemen, die er mit dem Projekt habe. Ihn beschäftigen auch die künftigen Miethöhen.

Bewohner der Bungalows zahlen derzeit eine Miete von 3 bis 4,90 Euro netto kalt. Stiftung und gwk rechnen mit einer Förderung für ihre Wohnungsneubauten. In diesem Fall würden dann Mieten von 5,90 bis 7,50 Euro netto kalt zu erwarten sein, so Jens Boetel. Putzier sagt, das sei in Teilen eine Mietverdopplung. Was passiere mit den Menschen, die sich sicher nicht ohne Grund eine Wohnung zu den derzeit noch geltenden Mieten gesucht hätten? Was die Mieter betreffe, so gwk-Chef Jens Boetel, werde man mit ihnen sprechen und Alternativen anbieten, „etwa gleiche Miete, etwa gleiche Größe der Wohnung“.

Stefan Thieme (CDU) erinnert daran, dass man mit den Projektplanern zwei Investoren habe, die sich dem sozialen Wohnungsbau widmen würden. Im normalen Wohnungsmarkt gebe es andere Mietpreise, als die hier genannten.

VON NORMAN REUTER

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