Aber: Wie viele Neupflanzungen von Bäumen verträgt die Stadt?

Uelzen soll grüner werden

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Straßenbäume sorgen immer wieder auch für Unmut bei den Anliegern. Zuletzt beklagten Anwohner des Eichelbergs in Groß Liedern den Wuchs von Robinien. Ihre Wurzeln breiten sich großflächig aus.

Uelzen – Die Zahl der Bäume an Straßen und auf Grünflächen der Hansestadt Uelzen hat in den vergangenen Jahren abgenommen. Der Grund: Die Stadt hatte auf Geheiß der Politik bei Grünanlagen zu sparen.

Jetzt soll Uelzen aber wieder grüner werden – nur: Die Gruppen und Fraktionen im Rat sind sich nicht einig, wie stark nachgepflanzt werden soll.

Das Thema aufs Tapet gehoben hat die Gruppe aus Grünen, FDP, Piraten und Linken. Von der Stadt hatte sie sich offizielle Zahlen zum Baumschwund liefern lassen. Demnach wurden in den Jahren 2015 bis 2017 im Stadtgebiet 382 städtische Bäume gefällt und 239 nachgepflanzt. Bäume seien mehr als Dekor, erklärt der Gruppenchef Karl-Heinz Schmäschke im jüngsten Klimaschutz-Ausschuss. Sie seien Sauerstoffproduzenten und Nahrungsquelle für Insekten. Deshalb sei es erforderlich, dass für jeden gefällten Baum zwei neue gepflanzt würden.

Mit dem Verhältnis zwei zu eins eckt die Gruppe an. Es ist Wilfried Teichmann (SPD), der an die Anlieger erinnert, vor deren Häuser Bäume stehen. Als Ortsbürgermeister von Groß Liedern hörte er zuletzt die Klagen der Bewohner des Eichelbergs, vor deren Türen Robinien wachsen. Deren Wurzeln breiten sich großflächig aus. Zudem bedeute ein Baumbewuchs auch immer fallende Blätter im Herbst und einen damit verbundenen Aufwand für die Anlieger sowie Kosten für die Entsorgung, so Teichmann. Vom Fraktionsvorsitzenden der SPD, Klaus Knust, heißt es auf Nachfrage: Es sei ausreichend, wenn für jeden gefällten Baum ein neuer gepflanzt werde. „Wir leben in einer begrünten Stadt.“

Damit liegen zwei Vorschläge auf dem Tisch. Ob heute im Stadtrat bereits eine Entscheidung fallen wird, ist unklar.

VON NORMAN REUTER

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