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Über 12.000 Solarmodule liefern an der JVA grünen Strom für Uelzen

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Von: Lars Becker

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Die riesige Photovoltaik-Anlage an der JVA Uelzen ist offiziell aus dem Test- in den Echtzeitbetrieb überführt worden. Das Land  und die Stadtwerke Uelzen haben das „Meilenstein-Projekt“ in nur sechs Monaten gestemmt. Exakt 12.033 extra-große Module produzieren aus Sonnenlicht grünen Strom für 2400 Haushalte
Die riesige Photovoltaik-Anlage an der JVA Uelzen ist offiziell aus dem Test- in den Echtzeitbetrieb überführt worden. Das Land und die Stadtwerke Uelzen haben das „Meilenstein-Projekt“ in nur sechs Monaten gestemmt. Exakt 12.033 extra-große Solarmodule produzieren aus Sonnenlicht grünen Strom für 2400 Haushalte © Solarpraxis Engineering GmbH

Im Beisein von Justizministerin Dr. Kathrin Wahlmann und Finanzminister Gerald Heere ist die riesige Photovoltaik-Anlage an der JVA Uelzen in den Echtzeitbetrieb gegangen. Exakt 12 033 extra-große Solarmodule produzieren für die Stadtwerke aus Sonnenlicht grünen Strom für 2400 Haushalte.

Uelzen – Im Sommer vorigen Jahres ist im historischen Elektrizitätswerk der Stadtwerke Uelzen der Veranstaltungssaal im Industrie-Retro-Design mit viel Liebe zum Detail fertiggestellt worden. Und ebenfalls im Sommer 2022 – konkret am 15. August – unterzeichneten die Stadtwerke Uelzen und das Land Niedersachsen den Vertrag für den Freiflächen-Photovoltaik-Park auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt (JVA) Uelzen.

Am Montag (23. Januar) nun wurde diese Anlage mit einer Feierstunde aus dem Test- offiziell in den Echtzeitbetrieb überführt. Der Startschuss für die zukunftsweisende, grüne Technik ist also dort gefallen, wo die Keimzelle der Stromversorgung der Hansestadt liegt.

„Im Herzen des Stadtwerke-Geschäftsführers geht an einem Tag wie heute die Sonne auf“, strahlte dann auch Markus Schümann, der mit Justizministerin Dr. Kathrin Wahlmann und Finanzminister Gerald Heere gleich zwei Mitglieder der niedersächsischen Landesregierung begrüßen konnte. „Dass gleich zwei Minister zu einem Termin nach Uelzen kommen, muss etwas heißen“, war dann auch Bürgermeister Jürgen Markwardt sicher.

Sechs Millionen Kilowattstunden jährlich

Sie feierten im historischen Elektrizitätswerk die offizielle Inbetriebnahme der Freiflächen-Photovoltaikanlage der Stadtwerke Uelzen an der JVA: (von links) Bürgermeister Jürgen Markwardt, Niedersachsens Justizministerin Dr. Kathrin Wahlmann, Finanzminister Gerald Heere, die stellvertretende JVA-Leiterin Dr. Susanne Jacob und Stadtwerke-Geschäftsführer Markus Schümann.
Sie feierten im historischen Elektrizitätswerk die offizielle Inbetriebnahme der Freiflächen-Photovoltaikanlage der Stadtwerke Uelzen an der JVA: (von links) Bürgermeister Jürgen Markwardt, Niedersachsens Justizministerin Dr. Kathrin Wahlmann, Finanzminister Gerald Heere, die stellvertretende JVA-Leiterin Dr. Susanne Jacob und Stadtwerke-Geschäftsführer Markus Schümann. © Lars Becker

Er sprach im Zusammenhang mit dem offiziellen Startschuss für das Joint Venture von Land und Hansestadt von einem Alleinstellungsmerkmal und kündigte an, auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung Uelzens viele weitere Projekte mit den Stadtwerken umsetzen zu wollen.

Auf über 30.000 Quadratmetern wandeln 12.033 extra-große Solarmodule Sonnenlicht in grünen Strom um. Sechs Millionen Kilowattstunden jährlich soll der Photovoltaik-Park liefern – genug für 2400 Haushalte. Zehn Prozent des Strombedarfs der Stadt werden so gedeckt.

Brachfläche wird sinnvoll genutzt

„Sonne und Wind schicken uns keine Rechnung. Deswegen ist es richtig, die Liegenschaften des Landes nutzbar zu machen. Was lag näher, als diese Brachfläche so zu nutzen“, sagte Finanzminister Heere. Die Idee dazu hatten die Stadtwerke Uelzen entwickelt, wie Geschäftsführer Markus Schümann und Helge Schenk (Prokurist und Leiter Energievertrieb) im AZ-Gespräch erläuterten.

172 Tonnen Stahl wurden in der viermonatigen Bauzeit der Anlage samt 900 Meter langem und zweieinhalb Meter hohem Zaun verbaut, 70 Kilometer Spannungskabel verlegt und 5000 Rammungen bis in eine Tiefe von drei Metern durchgeführt.

„Ein innovatives Projekt ist eindrucksvoll umgesetzt worden. Das ist vor allem ein Erfolg der Stadtwerke Uelzen“, lobte Justizministerin Dr. Kathrin Wahlmann das „Sonnenkraftwerk an der JVA“ als Pilotprojekt in Niedersachsen, um landeseigene Liegenschaften effektiv zu nutzen. Weitere Standorte würden derzeit geprüft. Großes Lob ging an die JVA, die durch die stellvertretende Leiterin Dr. Susanne Jacob repräsentiert wurde, für die Kooperation mit allen Beteiligten.

Stadtbusverkehr in Kürze voll elektrisch

Jürgen Markwardt nutzte die Gelegenheit, auf weitere energierelevante Zukunftsprojekte in der Hansestadt hinzuweisen: Solardach-Offensive, Photovoltaik-Anlage in der sanierten Fassade des Theaters an der Ilmenau, Photovoltaik als Überdachung für die Park-and-Ride-Anlage am Bahnhof, aber auch Umstellung des kompletten ÖPNV in der Stadt auf E-Busse. „Auch bei diesem Zauberprojekt, das wir hoffentlich in den nächsten zwei, drei Wochen starten können, sind unsere Stadtwerke der Partner“, betonte der Bürgermeister stolz.

Der Energieversorger hat einen 200 Seiten starken Fahrplan hin zur Klimaneutralität Uelzens entwickelt, dazu gehörte auch das Thema Geothermie (AZ berichtete). Man werde diese „Road Map“ eng mit der Stadtverwaltung beratschlagen. Markus Schümann: „Wir werden schneller sein wollen als alle anderen – mit Sinn, Verstand und Konzept.“ Das Photovoltaik-Projekt mit dem Land habe „gezeigt, dass fruchtbare Partnerschaften sehr viel Entscheidungsgeschwindigkeit und Mut entwickeln können – ein Projekt, das viel Spaß gemacht hat.“

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