Von Woche zu Woche

Wie Uelzen sich gehen lässt

Wenn am 1. November der neue Uelzener Bürgermeister Jürgen Markwardt sein Amt antritt, dann wird kaum noch einer wissen, wer sein Gegenkandidat aus Thüringen war. Horst Grunert hieß der Mann, ging für die FDP ins Rennen und er war nach der Wahl ebenso schnell wieder verschwunden wie er gekommen war.

Eines aber hat der Bewerber aus Ostdeutschland schnell erkannt: Die Entscheidung der Stadt Uelzen, das Budget für Grünflächen um zehn Prozent zu kürzen, war ein gravierender Fehler.

Denn wenn es einen Faktor gibt, mit dem die Stadt Uelzen bei Auswärtigen punkten kann, dann ist es die herrliche Natur. Uelzen ist eine grüne Oase und mit diesem Pfund könnte man wuchern. Stattdessen wuchert an den Einfallstraßen das Unkraut, müssen sich Jugendliche durch knöchelhohes Gras schlagen, wenn sie den Basketballplatz am Amtsgericht nutzen wollen, werden auf den Spielplätzen und an anderen öffentlichen Plätzen reihenweise die Papierkörbe abgebaut. Das Ergebnis ist für jederman sichtbar.

Nun könnte man argumentieren, Väter sollen in den Wohngebieten selbst den Rasenmäher anwerfen, um Bolzplätze wieder nutzbar zu machen und jeder sollte seinen Abfall Zuhause entsorgen – aber das ist nur blanke Theorie. Deutlich sieht man das an den Bundes- und Landesstraßen, an denen die Mülleimer weitgehend abmontiert wurden. Die Straßendienste müssen somit jetzt nicht mehr zur Entleerung anrücken, stattdessen aber alle paar Wochen, um Verpackungen und vieles mehr einzusammeln, das einfach in die Natur geworfen wird. Und welchen Anblick diese Parkplätze zwischen den Müllsammlungen bieten, weiß jeder, der dort entlang fährt.

Natürlich, Uelzen muss sparen. Aber ist es wirklich so weit, dass die Stadt nicht mehr die Spielplätze für ihren jungen Bürger unterhalten kann? Können wir uns tatsächlich nicht mehr leisten, dass Uelzen sich seinen Gästen als gepflegte Kreisstadt mitten in der Natur präsentiert? Erst wird der Etat gekürzt, dann das Personal. Und die Stadt lässt sich gehen, anstatt sich zu pflegen. Gedanken, die sich ein neuer Bürgermeister hoffentlich macht.

Von Thomas Mitzlaff

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