Bürgermeister Markwardt erinnert beim Neujahrsempfang an Erfolge des vergangenen Jahres

Uelzen von seiner besten Seite

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Mehr als 400 Gäste erlebten am Sonnabend einen Neujahrsempfang, der nicht nur im Zeichen der guten Seiten Uelzens stand. Das Attentat auf die Pariser Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ überschattete die Veranstaltung.

Uelzen. Das Attentat auf die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ in Paris und die vielen Verletzten und Toten bei den Überfällen und Geiselnahmen der Täter haben auch den Neujahrsempfang der Stadt Uelzen überschattet.

Über 400 Gäste gedachten am Sonnabend im Rathaus auf Einladung von Bürgermeister Jürgen Markwardt der Opfer in Frankreich.

Renate Barthel vom Seniorenbeirat wünschte der Stadt einen Mathematiker, damit Finanzdesaster verhindert würden.

Auch die anderen Redner nahmen Bezug auf die Bluttaten und den Angriff auf das Magazin, das schon im Vorfeld wegen islamkritischer Karikaturen bedroht worden war. „Der Kern unserer Freiheitsrechte ist getroffen“, sagte Landtagsabgeordneter Jörg Hillmer (CDU). Wichtig sei, sich nicht von der Angst packen zu lassen, die durch solch einen Anschlag ausgelöst werde. Sein Kollege Heiner Scholing (Die Grünen) wies auf Bleistifte hin, die Gerard Minnaard vom Verein „Integration durch Arbeit“ als Zeichen der Solidarität mit den verstorbenen Karikaturisten verteilt hatte.

Aber nicht nur die Situation in Frankreich stand im Mittelpunkt. Markwardt erinnerte auch an Erfolge des vergangenen Jahres in Uelzen wie etwa die Einweihung der Ortsumgehung Kirchweyhe und die NDR-Sommertour, als auf dem Herzogenplatz eine riesige Strandparty veranstaltet wurde. „Da hat Uelzen sich von seiner besten Seite gezeigt“, lobte er die „tolle Stimmung“.´

Das Jahr 2014 sei das Jahr der Fertigstellungen gewesen. Das Quartier am Schnellenmarkt sei herausgeputzt worden, der Wasserlauf in der Fußgängerzone habe trotz anfänglicher Kritik schließlich Lob geerntet, die Baustelle Uelzener Hof sei fertig geworden und die Sanierung des Alten Rathauses abgeschlossen. Er wolle sich jegliche Worte über die Finanzen ersparen, sagte Markwardt, und betonte umso mehr, wie schön er das historische Gebäude nach dem Umbau findet.

Ein Jahr der Entscheidungen steht bevor, kündigte der Bürgermeister an. Das betreffe die Zukunft des Schlosses Holdenstedt und der Stadthalle sowie die Einrichtung von Ganztagsschulen. In den ersten Tagen des neuen Jahres sei die Gewerbesteuer besonders stark eingebrochen – zum Nachteil des Stadthaushalts. Markwardt sprach sich dennoch für die Bildung eines Ilmenausees in Zukunft aus, wie er vom Verein Ilmenaustadt vorgeschlagen wird, ohne eine Idee für die Finanzierung nennen zu können, auch der Bau der Autobahn 39 sei notwendig für Uelzen. „Aufgabe der Politik und Verwaltung ist es, unsere Stadt jeden Tag noch ein bisschen besser zu machen.“ Er zählte die liebenswerten Eigenschaften Uelzens auf und forderte dazu auf weiterzutragen, dass „wir gerne hier leben“. Dafür erntete er großen Applaus.

Begeisterung weckte auch wieder Renate Barthel vom Seniorenbeirat beim Publikum mit ihrem Grußwort. Sie erklärte, die Aufnahme von Flüchtlingen in Uelzen sei eine Aufgabe, die mit Dankbarkeit für 70 Jahre Frieden in Deutschland erfüllt werden sollte. Zum Abschluss wünschte sie unter anderem fürs Neue Jahr einen Mathematiker, „der die Teuerungsrate vorausrechnen kann, damit wir vor zukünftigen Pleiten bewahrt werden“.

Von Diane Baatani

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