Uelzens Stadtrat stimmt gegen Konzept und gegen Entwicklung der Ilmenau-Auen

Uelzen: See-Projekt ist gescheitert

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Zwischen Stefan Thieme (CDU, re.) und Karl-Heinz Schmäschke (Bündnis 90/Grüne) entbrannte ein hitziger Streit. 

Uelzen. Das Projekt Ilmenausee ist gescheitert. Der Uelzener Stadtrat hat gestern mehrheitlich den Beschluss gefasst, dass es kein Entwicklungskonzept für den Grüngürtel Ilmenau-Aue – inklusive See – geben soll.

Die SPD-Fraktion hatte, wie angekündigt, gegen das Konzept gestimmt. 16 Ratsmitglieder stimmten für die Freigabe der Planungsgelder in Höhe von 35 000 Euro, 22 dagegen. Somit folgte der Rat der Empfehlung des Verwaltungsausschusses, der unmittelbar vor der Sitzung getagt hatte.

Damit hat sich nicht nur die vom Verein Ilmenaustadt als Leuchtturmprojekt bezeichnete Vision eines Sees am Herzogenplatz erledigt: Die Stadtpolitik begräbt eine zeitnahe Wiederbelebung des „Grüngürtels Ilmenau-Aue“ gleich mit. Denn der 35 000 Euro teure Antrag wäre notwendig gewesen, um ein Konzept für das Gesamtprojekt in Auftrag zu geben, in dem der See ein Baustein sein könnte.

Das gesamte Projekt hätte mit bis zu 66 Prozent gefördert werden können. Obwohl der Ilmenausee nur ein Teil des Projekts „Grüngürtel Ilmenau-Aue“ ist, ist es doch das beherrschende Thema auf Uelzens Straßen – und auch das, bei dem sich in der Stadtpolitik die Geister scheiden.

„Die Bürger wollen Wasser in der Stadt“, erklärte Kristina Nenke (SPD). Doch die Sozialdemokraten hätten nicht mehr den Eindruck, dass die Mehrheit der Bürger hinter dem Ilmenausee steht. „Wasser in der Stadt hat noch ein anderes Gesicht als einen See.“ „Das Konzept ist mehr als nur der See“, argumentierte dagegen Stefan Hüdepohl (CDU). „Es geht um Natur. Das Projekt jetzt totzumachen, ist fahrlässig.“

Und obwohl der See nach jetzigem Stand wohl nie gebaut wird, könnte er der Grund dafür sein, dass sich Uelzens Stadtrat nicht nur dauerhaft entzweit, sondern verfeindet. Denn die CDU attackierte vor allem die SPD und die Grünen verbal massiv, was die Parteien wiederum wortscharf konterten. Beide Seiten warfen sich gegenseitig Polemik („Mückenaufzuchtstation“, „Hafenbecken für Modellboote“), Verfehlungen und Diffamierung vor. 

Von Sandra Hackenberg

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