Ruf nach Schwimmunterricht

Uelzener Jörg Kramer beklagt Bewegungsmangel bei Kindern

Kinder-Schwimmkurs
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Ein Kind lernt das Schwimmen.
  • Norman Reuter
    vonNorman Reuter
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Die Bäder sind seit Monaten geschlossen. Damit kann kein Schwimmunterricht stattfinden. Das ist aus Sicht von Jörg Kramer fatal. „Bewegung für die Kleinen ist so wichtig“, sagt der 68-Jährige und wird selbst aktiv.

Uelzen – Der Uelzener Jörg Kramer wirkt nachdenklich. Es sind nicht nur die Infektionen, die ihn beschäftigen. Auch der Bewegungsmangel bei Kindern als Folge der Vorgaben zum Infektionsschutz treiben ihn um. Die Bäder beispielsweise waren über Monate geschlossen. „Das fällt uns auf die Füße“, sagt er. Kramer, der für die SPD im Uelzener Rat sitzt, will nicht untätig bleiben.

Mit Grundschulleitern hat er das Gespräch gesucht, steht mit den Stadtwerken als Betreiber des Badue in Uelzen in Kontakt. Und aktuell feilt er an einem Brief an Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil.

Das Engagement des 68-Jährigen kommt nicht von ungefähr. Als junger Mann hat er Sport auf Gymnasiallehramt studiert, in diesen Jahren auch Menschen das Schwimmen beigebracht. Und dass jetzt aufgrund der coronabedingten Schließzeiten der Bäder kein Schwimmunterricht möglich war, ist aus seiner Sicht fatal.

Jörg Kramer sagt: Es ist fatal, dass kein Schwimmunterricht stattfinden kann.

„Bewegung für die Kleinen ist so wichtig. Die motorischen Fähigkeiten werden in der Kindheit gelernt“, sagt Kramer. Auch das Risiko eines Ertrinkungstodes, wenn Kinder das Schwimmen nicht lernten, sei nicht außer acht zu lassen. Deshalb sei der Anfänger-Schwimmunterricht jetzt zu forcieren, sagt Kramer. Es brauche ein Aufholprogramm.

Auf die Hermann-Löns-Schule mit ihrer Leiterin Katja Wolff ist er zugegangen, um sein Anliegen vorzustellen. Wolff habe ihre Kollegen informiert und es gebe Unterstützung, berichtet Kramer. Auch die Stadtwerke und Badue-Mitarbeiter seien bereits mit der Thematik befasst. Der Aufsichtsrat habe nicht nur seinem Ansinnen zugestimmt, sondern der Vorstand habe auch den Auftrag erhalten, sich aktiv beim Erarbeiten eines Aufholprogramms zum Anfängerschwimmen zusammen mit den Schulleiterinnen einzusetzen. Inzwischen wird bereits bei Grundschulen abgefragt, wie groß der Bedarf ist.

Aber es gibt auch noch Hürden. Zusätzliche Zeiten im Badue für Schwimmunterricht müssen durch die Hansestadt finanziert werden. „Mein Antrag auf Kostenübernahme liegt in der Schublade“, sagt Kramer.

Aber zunächst müssten die Bäder für solche Kurse öffnen können. Jetzt anstehende Lockerungen sind womöglich der Weg dorthin. Aber in einem offenen Brief an den Ministerpräsidenten Stephan Weil will Kramer noch einmal deutlich machen, wie groß der Handlungsdruck ist.

Aber selbst wenn die Bäder öffnen und die Stadt finanziell hilft, bleibt noch eine Baustelle, so Kramer. Beim Schwimmunterricht seien mehr Aufsichtskräfte nötig. „Es müssen ausreichend viele Begleitpersonen zur Verfügung stehen“, sagt Kramer. Er hoffe, dass sich Menschen dabei einbringen. Er selbst hat sich bereits als Aufsichtskraft gemeldet.

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