Im Uelzener Etat für 2020 klafft eine Lücke von 2,5 Millionen Euro

Uelzen in den roten Zahlen

Im Uelzener Etat für 2020 klafft eine Lücke von 2,5 Millionen Euro, wie Dr. Florian Ebeling mitteilt. Investiert wird dennoch: Die Schillerstraße wird erneuert.
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Im Uelzener Etat für 2020 klafft eine Lücke von 2,5 Millionen Euro, wie Dr. Florian Ebeling mitteilt. Investiert wird dennoch: Die Schillerstraße wird erneuert.

Uelzen – Nach Jahren ausgeglichener Haushalte erwartet die Hansestadt Uelzen für 2020 ein Minus von 2,5 Millionen Euro. Vor allem ein Einbruch bei den Gewerbesteuern ist der Grund.

Es ist ein gefeierter Film aus dem Jahr 2004 mit Daniel Brühl: „Die fetten Jahre sind vorbei.“ Beim Blick auf den Haushalt der Hansestadt für das kommende Jahr kommt einem der Filmtitel in den Sinn. Uelzen rutscht erstmals nach Jahren mit ausgeglichenen Haushalten wieder ins Minus. Im Entwurf des Etats für 2020 klafft eine Haushaltslücke von 2,5 Millionen Euro.

Ein Ausrutscher wird das nicht bleiben. Wie Uelzens Kämmerer Dr. Florian Ebeling gestern gegenüber der AZ erklärt, rechne er auch in den folgenden Jahren mit defizitären Haushalten.

Dr. Florian Ebeling

Zwei Gründe benennt die Hansestadt für die Entwicklung. Zum einen entlastet der Bund Familien steuerlich. Die Folge: Ein geringeres Einkommenssteueraufkommen, von dem auch weniger nach Uelzen fließen wird. Gut 950.000 Euro werden hier 2020 im Vergleich zum Vorjahr fehlen. Zudem: Die Gewerbesteuer, eine wichtige Säule im Uelzener Haushalt, wird im nächsten Jahr geringer ausfallen als geplant (AZ berichtete). Nach aktuellen Zahlen kommt die Hansestadt auf 17,1 Millionen Euro. „Wir mussten die Gewerbesteuereinnahmen aufgrund spezifischer Entwicklungen vor Ort und der gesamtwirtschaftlichen Prognose, die uns mit den Orientierungsdaten des Landes Niedersachsen vorgegeben werden, nach unten korrigieren“, so Ebeling.

Trotz des erwarteten Minus will die Hansestadt 2020 investieren. Das Volumen hierfür liegt bei 8 Millionen Euro. Mit 4,9 Millionen Euro bildet der Straßen- und Brückenbau den größten Investitionsposten (siehe Auf einen Blick).

Die Schillerstraße wird erneuert.

Den „fetten“ Vorjahren ist es zu verdanken, dass Uelzen, auch wenn ein Minus erwartet wird und gebaut werden soll, keine neuen Kredite aufnehmen muss. „Wir kommen wie in den Vorjahren ohne Kredite und Nettoneuverschuldung aus, da wir finanziell starke Jahre hinter uns haben und entsprechende liquide Mittel aus den Vorjahren mitbringen können“, so Kämmerer Florian Ebeling. Auch 2021 und 2022 seien wohl ohne Kredite zu finanzieren. Für das Jahr 2023 aber seien wieder Investitionskredite vorgesehen.

VON NORMAN REUTER

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Auf einen Blick

Haushalt in Zahlen:

Erträge:

64,1 Millionen Euro

Aufwendungen:

66,6 Millionen Euro

Kreisumlage:

20,4 Millionen Euro

Betrieb von Kitas:

6,7 Millionen Euro

Betrieb Gebäude:

5,7 Millionen Euro

Betrieb Grundschulen:

3,5 Millionen Euro

Investitionen:

8 Millionen Euro

Projekte:

- Sanierung der Schillerstraße

- Sanierung der Lönsstraße

- barrierefreier Umbau von sechs Bushaltestellen

- Sanierung der Brücke an der Brückenstraße/Schnellenmarkt


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