Forsa-Umfrage unter Bewohnern / Befürworter sehen Zeitersparnis als Gewinn

Uelzen: 82 Prozent für A 39

Lüneburg. Seit vier Wochen wirbt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg unter dem Motto „Ohne A fehlt uns was“ auf Plakaten und Bussen, im Kino und im Internet für den Ausbau der Autobahn zwischen Wolfsburg und Lüneburg (AZ berichtete).

Jetzt ließ sie die Bürger-Akzeptanz des umstrittenen Infrastruktur-Projekts mit computergestützten Telefoninterviews des Meinungsforschungsinstituts Forsa ermitteln: Laut einer, so Forsa-Mitarbeiter Dr. Peter Matuschek, „repräsentativen“ Befragung von insgesamt 1000 Bewohnern der Landkreise Lüneburg, Uelzen und Gifhorn sowie der Stadt Wolfsburg spricht sich mit 70 Prozent eine große Mehrheit für den Ausbau der A 39 aus, nur 18 Prozent lehnen den von der IHK „Lückenschluss“ genannten Bau ab.

„Ein sehr eindrucksvolles Ergebnis“, freute sich IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert über die am Donnerstag in Lüneburg vorgestellte, 16 000 Euro teure Umfrage – „es belegt, dass selbst von vielen Gegnern mittlerweile auch die Vorteile der Autobahn gesehen werden.

Das ist Rückenwind für unsere Forderung nach schneller Planung und verlässlicher Finanzierung dieser Zukunftsachse.“ Zweifel an der Aussagekraft der Umfrage – so wurde etwa die direkte Anwohnerschaft an der vorgesehenen Trasse bei der zufälligen Auswahl der Teilnehmer nicht abgefragt – lässt Matuschek nicht zu: „Erfahrungen bei anderen Infrastrukturprojekten haben auch gezeigt, dass der Grad der Ablehnung in direkt betroffenen Gemeinden nicht automatisch größer sein muss, da die direkten Anwohner oft von ihnen profitieren.“

Als den wichtigsten Grund für den Ausbau nennen die Befürworter die Zeitersparnis durch schnellere, kürzere Verkehrswege (39 Prozent), während die Gegner vor allem die Zerstörung der Landschaft (45 Prozent) befürchten.

Die Zustimmung bei der Umfrage variiert regional: Während sich in Uelzen 82 Prozent, in Wolfsburg 76 Prozent und in Lüneburg 69 Prozent der Befragten den Autobahnanschluss wünschen, liegt der Anteil der Befürworter in Gifhorn mit 60 Prozent am niedrigsten.

Von Marcus Kieppe

Rubriklistenbild: © dpa

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