Letzte Arbeiten im neuen Gebäude / Besondere Ausstattung mit Technik und Belüftung

Uelzen: Polizei zieht noch im Dezember um

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Noch im Dezember ist der Umzug geplant: 100 Polizisten und Verwaltungsmitarbeiter werden dann ihren Dienst an der Straße „An der Zuckerfabrik“ verrichten. 

Uelzen. Die Fliesen reichen bis zur Decke. Mithilfe eines installierten Wasserschlauches lassen sich so Zellen und Vorräume zügig reinigen, schildert Ralf Munstermann, der seit fast 40 Jahren Polizist ist.

Blick in eine Zelle: Die Wände und der Boden sind gefliest.

Er hat viel gesehen und erlebt in der Zeit; er hat mit Kollegen Menschen in Gewahrsam nehmen müssen, weil sie stark alkoholisiert waren, unter Drogen standen oder sich in psychischen Ausnahmesituationen befanden. „Glauben Sie mir“, sagt er, „es gibt Menschen, die legen es darauf an, die Räume des Polizeigewahrsams möglichst dreckig zu hinterlassen. “ Entsprechend ausgestattet ist der Bereich im neuen Polizeigebäude in Uelzen.

Letzte Arbeiten im Bereich des Polizeigewahrsams: Nach dem Einbau der Zellentüren sind Maler am Werk.

Zurzeit laufen im Gebäude letzte Arbeiten, die Technik wird installiert und die Räume sind noch auszustatten. Die Polizei ist aber nach einer Schlüsselübergabe bereits der „Hausherr“ – das Gebäude ließ die Volksbank Uelzen-Salzwedel errichten, nach Plänen des Architektenbüros Fischer und Martens. Die Polizei ist Mieter und ist voraussichtlich ab dem 17. Dezember an der Straße „An der Zuckerfabrik“ anzutreffen. Etwa 600 Meter vom bisherigen Standort an der Lüneburger Straße entfernt.

Es ist nicht irgendein Bau, der für rund 100 Polizisten und Verwaltungsmitarbeiter entstanden ist – und dies nicht nur wegen des Polizeigewahrsams. Schusshemmende Fenster wurden verbaut und eigens entstanden Räume zur Lagerung von Asservaten und unterschiedlichen Spurentypen wie DNA. Es brauche dafür eine besondere Belüftung, erklärt Munstermann bei einem Rundgang im Zuge der Schlüsselübergabe.

Gleich neben dem Eingang befindet sich das „Herzstück“, wie Munstermann es nennt. Noch wirkt es recht unspektakulär – ein größerer Raum, zwei Tische. Bei Betriebsaufnahme kommt diesen vier Wänden besondere Bedeutung zu. Auf Computern und Bildschirmen werden die Einsätze auflaufen, von hier aus werden die Kräfte losgeschickt. Von einer kleinen Leitstelle ist die Rede.

Anrufe unter 110 gehen an die vor wenigen Jahren geschaffene große Leitstelle in Lüneburg, von dort aus werden dann die Dienststellen wie in Uelzen informiert. „Die Einsätze laufen inzwischen auf Bildschirmen auf, mithilfe der IT-Technik“, schildert Munstermann, der Leiter des Streifendienstes ist. Er erklärt: Für die beiden Tische mit Bildschirmen und Computern im neuen Polizeigebäude wurden allein rund 60.000 Euro ausgegeben.

Auf Monitoren in dem Raum werden auch die Bilder von installierten Überwachungskameras auflaufen. Eine ist in einer der Zellen des Polizeigewahrsams installiert worden, um eine Eigen- oder Fremdgefährdung auszuschließen. Die Genehmigung sei dafür erteilt worden, sagt Munstermann. Der Polizist berichtet von einem Fall, bei dem in Körperöffnungen eines Insassen eine Rasierklinge und ein Feuerzeug entdeckt worden seien.

Von Norman Reuter

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