Reicht der „Sicherheitspuffer“ ?

Uelzen: Politik bekommt Alternativpläne für neues Parkhaus vorgestellt – Gewählte hinterfragen Zahlen

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Der Grünstreifen zwischen Parkpalette und Edeka-Markt hat für die Alternativpläne eine wichtige Bedeutung.

Uelzen – Es ist ein schmaler Grünstreifen, auf dem Büsche und Bäume wachsen, der in der Diskussion um einen Neubau des Parkhauses am Uelzener Bahnhof an Bedeutung gewonnen hat.

Mit dem Erwerb durch die Stadt könnte ein neues Parkhaus etwas breiter gebaut werden, sodass zwischen 130 und 139 Parkplätze auf eine Ebene passen. Im Ergebnis würden für 400 Stellplätze drei Geschosse ausreichen – was die Kosten drückt. In der Länge wäre das Parkhaus mit 173 Metern auch kürzer als die bisher angedachte viergeschossige Variante (207 Meter).

Die Stadt befindet sich für den Ankauf der Fläche bereits in Gesprächen mit dem Eigentümer. Der Streifen gehört zum Grundstück, das sich in Richtung St.-Viti-Straße an die jetzige Parkpalette anschließt und auf dem sich ein Edeka-Markt befindet. „Wir waren noch nicht beim Notar. Aber wir sind zuversichtlich, die Gespräche gut zu Ende bringen zu können“, so Karsten Scheele-Krogull in der gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Bauen und Gebäudewirtschaft am Dienstagnachmittag, in der die Alternativvariante nun vorgestellt wurde.

Bei der dreigeschossigen Lösung ist ebenfalls ein Dach über der letzten Ebene vorgesehen. Planer Manfred Manke erklärt, dass auf ihm eine Solaranlage installiert werden könne, wenn sich dafür ein Konzessionär finde. „Von der Last geht das“. Die Zufahrt würde wieder von der Kaiserstraße aus erfolgen. Die Stellplätze wären schräg angeordnet.

Stefan Thieme, CDU

Als Kosten berechnet wurden etwa 8,3 Millionen Euro. Wie Manke erklärt, sei in diesem Betrag ein „Sicherheitspuffer“ von zehn Prozent beinhaltet. Nach der Kostenexplosion bei der bisher favorisierten viergeschossigen Lösung – sie sollte zuletzt 10,2 statt sieben Millionen Euro kosten – sind Ratsmitglieder vorsichtig geworden. Stefan Thieme (CDU) hinterfragt die Zahlen zu einer möglichen Förderung. Die Stadt hofft auf Zuwendungen von der Landesnahverkehrgesellschaft, der Metropolregion und dem Landkreis. Sie kommt auf eine Fördersumme von 5,5 Millionen Euro. Thieme fordert die Verwaltung auf, genaue Förderhöhen und Beträge abzuklären.

Stefanie Maus, CDU

Stefanie Maus (CDU) stellt die Frage, ob der genannte Sicherheitspuffer ausreichend ist. Sie erinnert daran, dass es noch keine Ausschreibung von Arbeiten gegeben habe. „Ich habe die Befürchtung, dass wir mit zehn Prozent nicht hinkommen.“

Arbeite jemand bei der Ausschreibung mit Mondpreisen, so könnten sicherlich noch andere Beträge genannt werden, erklärt Planer Manfred Manke. Aber nach geltender Gesetzeslage dürfe dann auch kein Zuschlag erteilt werden. Bürgermeister Jürgen Markwardt warnt trotzdem: Eine Gewähr, dass es bei den 8,3 Millionen Euro bleibe, könne in dieser Phase des Projektes nicht gegeben werden.

Die Politik will am kommenden Montag entscheiden, ob ein neues Parkhaus gebaut wird. Alternativ könnte auch eine ebenerdige Stellfläche entstehen. Diese würde 2,5 Millionen Euro kosten. Die bisherige Parkpalette am Bahnhof muss im kommenden Jahr wegen ermittelter Baumängel in jedem Fall geschlossen werden.

VON NORMAN REUTER

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