Uelzen als Pilot-Kleinstadt

Cambio-Mitarbeiterin Nele Jennert erläutert die Funktion des Schlüsseltresors am Parkplatz des E-Centers: Dort hat der Kunde mit seiner Karte Zugriff zum jeweiligen Fahrzeug-Chip.

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. Am Hundertwasser-Bahnhof ankommen und mit einem fremden Auto weiterfahren – auch spontan. In Uelzen ist das seit gestern möglich. Der Lüneburger Carsharing-Anbieter Campio mit Sitz auf dem Universitätsgelände der Salzstadt eröffnete gestern eine neue Station in Uelzen. „Es ist ein Versuch und das erste Mal, dass wir in eine Kleinstadt gehen“, sagt Klaus Hoppe, Geschäftsführer der Campus Management GmbH.

Uelzen sei eigentlich zu klein für ein Car-Sharing, „weil man eine gewisse Masse braucht“. Dennoch habe man die Uhlenköperstadt gewissermaßen als „Pilot-Kleinstadt“ gewählt, „denn ich denke, hier gibt es einen Bedarf und wir können das schaffen“. Das Angebot richtet sich nicht nur an Privatleute, sondern auch an Firmen. Drei Fahrzeuge stehen am Bahnhof bereit, der Fuhrpark kann bei Bedarf bis auf zwölf Autos aufgestockt werden.

Auch die Stadtverwaltung prüfe die Teilnahme am Carsharing und eine entsprechende Reduzierung des Fuhrparks, erklärte Bürgermeister Otto Lukat. Das Car-Sharing sei ein „innovatives Angebot der flexiblen Mobilität in Uelzen“ und eine ideale Ergänzung für den Stadtverkehr, „aber auch gerade auf der Fläche ist es besonders wichtig“. Mit der Fläche auf dem Edeka-Markt direkt am Bahnhof habe man die Station optimal an einem Knotenpunkt eingerichtet.

Das Prinzip des Car-Sharings ist einfach: Der Kunde muss sich für die Teilnahme anmelden, Neueinsteiger in Uelzen zahlen bis Ende Oktober keine Anmeldegebühr. „Mit der Karte kann sich dann an 178 Stationen in verschiedenen Städten von Berlin bis Bremen, von Köln bis Hamburg Autos mieten“, schildert Cambio-Mitarbeiterin Nele Jennert. Das geht übers Internet oder per Telefon – ist zum Beispiel an der Station in Uelzen ein Auto frei, reicht eine Reservierung fünf Minuten vor der Ankunft.

Die Fahrzeuge stehen am E-Center in unmittelbarer Nähe eines Tresors, in dem sich die mit einer speziellen Chipkarte versehenen Autoschlüssel befinden. Mit einer PIN öffnet der Nutzer den Tresor, der Schlüssel des für ihn freigeschalteten Wagens wird mit einem grünen Licht angezeigt. Dann kann man losfahren, berechnet wird nach Zeit.

Weitere Kosten hat der Mieter nicht. Der Sprit ist inklusive, Reparatur, Wagenwäsche, TÜV und alle übrigen Kosten zahlt Cambio. „Bis zu 15 000 Kilometer Jahresleistung ist Car-Sharing günstiger als ein eigenes Auto“, sagt Geschäftsführer Hoppe. Viele Mieter fahren mit den Fahrzeugen sogar in den Urlaub.

In Lüneburg betreibt Cambio 22 Fahrzeuge und hat rund 500 Kunden, gespannt ist man jetzt auf die Resonanz in Uelzen. Morgen, Mittwoch, gibt es um 18 Uhr in der Theodor-Heuss-Realschule in Raum 21 einen Informationsabend. Weitere Infos, so über die verschiedenen Tarife, findet man im Internet unter http://www.cambio-CarSharing/lueneburg.de

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