Zwei neue Kaltblüter übernehmen den Job von Moritz und Edold

Uelzen: Ab in die Pferde-Rente!

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Treue Begleiter waren Moritz und Edold 20 Jahre lang für Thomas Göllner und seine Mitarbeiter. 

Uelzen – Moritz frisst vorsichtig das Futter aus Thomas Göllners Hand, der Stadtförster streichelt ihm die Stirn.

Seit 20 Jahren leben Moritz und Kumpel Edold auf der Pferdekoppel des Uelzener Stadtforsts und genauso lange gehen sie von dort aus mit den Mitarbeitern in den Wald, um bei der Holzernte zu helfen. „Es sind nicht nur Arbeitstiere. Sie sind uns über die Jahre ans Herz gewachsen“, sagt Thomas Göllner. Doch nun ist es für die zahmen Rückepferde an der Zeit, in den Ruhestand zu gehen.

„Moritz hat es an den Gelenken, weshalb er schon ein paar Jahre in Rente ist“, erklärt der Stadtförster. „Für Edold wird es nun auch langsam Zeit.“ Theoretisch könne der mächtige Wallach aber noch immer Holz ziehen und – das betont der Stadtförster – ist Edold auch ein sehr passables Kutschpferd.

Für Edold und Moritz suchen die Mitarbeiter derzeit eine neue Bleibe. „Wir wollen sie auf einen Gnadenhof bringen, wo sie die nächsten Jahre ruhig leben können – am besten zusammen“, erzählt Thomas Göllner. In ihrem alten Stall können die behuften Freunde nicht bleiben: Der Platz wird für ihre Nachfolger benötigt.

Der Eigenbetrieb Stadtforst hat sich einstimmig dafür entschieden, bei der Holzernte auch in Zukunft auf Rückepferde zu setzen. Für die Anschaffung von zwei Kaltblütern samt maßgeschneidertem Ziehgeschirr rechnet der Stadtforst mit Kosten in Höhe von 10 000 Euro. Die laufenden Kosten für Haltung und Arbeit mit den Tieren teilen sich die Stadt Uelzen und der Eigenbetrieb. „Wir sind die einzige öffentliche Verwaltung in Niedersachsen, die Rückepferde einsetzt“, erklärt Thomas Göllner. Und auf dieses Aushängeschild möchte Uelzen auch in Zukunft nicht verzichten.

Darüber hinaus hat die Pferderückung viele Vorteile für eine umweltfreundliche Arbeitsweise (siehe Infokasten). „Und bei der Bevölkerung sind die Pferde sehr angesehen“, berichtet der Stadtförster. Darum sollen auch die neuen Rückepferde Öffentlichkeitsarbeit leisten. „Moritz und Edold haben unsere Arbeit auf Festen und Aktionstagen wie dem Nachhaltigkeitstag an der Woltersburger Mühle präsentiert“, berichtet Göllner. „Sie sind unsere Botschafter.“

Wegen ihres sanften Gemüts und ihrem ruhigen Wesen machen laute Geräusche und Trubel den Kaltblütern nichts aus. „Sie stört es nicht, wenn im Wald die Motorsäge läuft“, erzählt Göllner.

Das sei Grundvoraussetzung für die künftigen Rückepferde, nach denen sich der Stadtforst in den kommenden Monaten umschaut. Mit etwas Glück können die neuen Kaltblüter dann bei der Holzernte im kommenden Herbst eingesetzt werden. „Das ist unser kleiner, aber feiner Beitrag zur Umwelt“, freut sich Thomas Göllner.

Von Sandra Hackenberg

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