Höher, kompakter, hochwertiger

Uelzen: Pendler bekommen Wunsch nach einem Parkhaus am Bahnhof erfüllt – Sorge bei Anwohnern

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Eine Pendlergemeinschaft setzte sich im Ausschuss für einen Parkhaus-Neubau ein. Ein täglicher Fußmarsch vom Albrecht-Thaer-Gelände zum Bahnhof ist aus ihrer Sicht nicht zumutbar. 

Uelzen – Vier Etagen auf elf Metern Höhe, überdacht und ebenerdig. So soll das neue Parkhaus am Uelzener Bahnhof aussehen.

„Der Vorteil ist, dass es dann auf der Bahnhofsseite keine Stufen mehr gibt, die Rollstuhlfahrer oder Kinderwagen behindern“, erklärt Manfred Manke.

Ein erster Entwurf zeigt das geplante Parkhaus am Bahnhof im Längsschnitt. Weil der Bau ebenerdig mit dem Bahnhofsvorplatz abschließt, entfallen dort Treppe und Aufzug.

Nachdem der Diplomingenieur bereits die derzeitige Parkpalette am Bahnhof überprüft und, wegen gravierender statischer Mängel, den Abriss empfohlen hatte, legte er nun einen ersten Entwurf für einen Neubau vor. Der soll am jetzigen Standort errichtet werden, wird aber wegen seiner kompakten Bauweise über vier Etagen nicht die komplette Fläche einnehmen.

„Wir hätten bei Bedarf im hintereren Bereich noch Erweiterungsmöglichkeiten“, merkt Uelzens Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull an. Ein Vorteil sei auch, dass man sich wegen der Ebenerdigkeit die Aufzugsanlage am Hintereingang des Bahnhofs spart. Diese sei in der Vergangenheit besonders reparaturbedürftig gewesen.

„Insgesamt wollen wir bessere Qualität deutlich über der Norm“, sagt der Stadtbaurat. „Darum steigen die Kosten von fünf auf sieben Millionen Euro.“ Die Verwaltung rechnet dabei mit Fördermitteln von der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen in Höhe von 60 Prozent. Dafür müsse dort aber bis zum 31. Mai ein detaillierter Entwurf vorliegen.

Der Neubau soll nach dem Abriss der alten Anlage im August 2020 beginnen. Während der geschätzten Bauzeit von einem Jahr müssen die Pendler auf die 800 Meter entfernten Parkflächen am Albrecht-Thaer-Gelände ausweichen. Zwar seien bezüglich näher gelegener Ausweichflächen Gespräche mit deren Eigentümerin, der Deutschen Bahn AG, geführt worden. Die Bahn sei aber nicht bereit, diese Flächen zu verkaufen oder kurzfristig zu verpachten.

Dass für den Großteil der Pendler das Parken am Albrecht-Thaer-Gelände keine Dauerlösung ist, hatten sie zuvor in der Einwohnerfragestunde im Ausschuss deutlich gemacht. „Ein Parkhaus am Bahnhof ist für uns als Pendlergemeinschaft sowie für Pendler aus anderen Landkreisen unentbehrlich“, sagte Christina Schulz aus Uelzen. „Da wir eh schon früh aufstehen müssen, ist ein langer Marsch zum Bahnhof für uns nicht zumutbar – schon gar nicht im Dunkeln oder bei schlechtem Wetter.“ Als Frau fühle sie sich im Bereich des Albrecht-Thaer-Geländes nicht sicher.

Und: „Keiner von uns möchte nach einem 13-stündigen Arbeitstag noch sein Auto frei kratzen müssen.“ Darum wünsche man sich, dass auch die oberste Etage des neuen Parkhauses überdacht ist. „Wir wollen kein Luxus-Parkhaus. Wir brauchen nur ein Dach über dem Kopf.“

Dieser Wunsch soll ihnen nun erfüllt werden. Einzig von Seiten der Anwohner regte sich Widerstand: „Sie wollen ein Gebäude bauen, dass so hoch ist wie die umliegenden Gebäude. Ich weiß nicht, wie Sie auf die Idee kommen, dass es keine Einwände von den Anwohnern geben wird?“, ergriff Matthias Pelzer das Wort und merkte an, dass das Parkhaus niemals auch nur annähernd ausgelastet sei. Aus seiner Sicht ist ein ebenerdiger Parkplatz nicht nur kostengünstiger, sondern auch vollkommen ausreichend.

Uelzens Stadtbaurat versprach ihm und den anderen Anwohnern, dass ihre Einwände berücksichtigt werden. Alle möglichen Beeinträchtigungen durch Beschattung, Beschallung oder Abgasausstoß der Autos würden geprüft und bewertet.

VON SANDRA HACKENBERG

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