Bauland-Umlegung: Christdemokraten fordern mehr Details

Uelzen-Oldenstadt: Gegenwind bei „Hafen Ost“

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Gegenüber dem vorhandenen Hafen soll ein neues Gewerbegebiet entstehen. Beim Ankauf von Flächen kommt die Stadt nicht weiter.

Uelzen-Oldenstadt – Die von der Hansestadt Uelzen angestrebte Lösung für den Aufbau eines Gewerbegebietes auf der Ostseite des Kanals stößt gleich zu Beginn der politischen Beratungen auf Widerstand.

Die Christdemokraten im Ortsrat von Oldenstadt lehnten am Mittwochabend ein geplantes Umlegungsverfahren ab. Sie besitzen aber nicht die Mehrheit im Ortsrat, sodass sich das Gremium letztlich mit den Stimmen der SPD für die Lösung aussprach.

Gut 100 Hektar soll einmal das gesamte Gewerbegebiet umfassen. Die Stadt hat bisher lediglich zehn Prozent der Flächen dafür erwerben können, weitere Kaufverhandlungen mit Grundstückseigentümern stocken, weil unter anderem unterschiedliche Auffassungen zu den Quadratmeterpreisen herrschen.

„Vereinzelte Anfragen“ aus der Wirtschaft

Beabsichtigt ist deshalb eine sogenannte Bauland-Umlegung. Dabei landen zunächst alle Grundstücke in einem Topf, werden zu bebaubaren Grundstücken zugeschnitten und dann wieder auf die Besitzer aufgeteilt.

Michael Kopske ,Stadt Uelzen

Das Prozedere erläuterte im Oldenstädter Ortsrat Michael Kopske, Fachbereichsleiter Planung bei der Stadt. Er hob auch noch einmal hervor, weshalb zusätzliche Gewerbeflächen für die Hansestadt von Bedeutung sind. Es würden wohnortnah Arbeitsplätze für die Uelzener geschaffen, zugleich könne sich die Hansestadt bei den Unternehmen breiter aufstellen. Die aktuell eingebrochenen Gewerbesteuern zeigten, wie wichtig das sei.

Jörg Hacke, CDU

Für Jörg Hacke (CDU) blieben wesentliche Fragen unbeantwortet. An Kopske gerichtet, sagte er: „Sie müssen schon konkreter werden!“ Hacke wollte wissen, ob es bereits aus der Wirtschaft Interessenten für die Flächen gibt und welchen Wert letztlich die zugeschnittenen Grundstücke haben werden, wenn sie wieder unter den Besitzern aufgeteilt werden.

Kopske sprach von „vereinzelten Anfragen“ aus der Wirtschaft zu dem geplanten Gewerbegebiet. Da eine Vermarktung aber frühestens erst Ende 2023 möglich sein werde, sei es für konkrete Verhandlungen mit Unternehmen auch noch zu früh. Bezüglich der Flächenwerte sagte er, dass diese durch die Festlegung als Bauland steigen würden.

Für das Umlegungsverfahren zuständig sein wird das Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung. Es nimmt auch die Bewertung vor.

Eigentümer zahlen Erschließungskosten

Wird ein Gewerbegebiet ausgewiesen, braucht es für eine Bebauung Strom, Internet und Kanäle. Im Fall eines Umlegungsverfahrens würden Eigentümer an den Kosten dafür beteiligt, wurde am Mittwoch im Ortsrat von Kopske auch erklärt. „Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust“, sagte schließlich Jörg Hacke. Er könne nicht zustimmen, wenn nicht erkennbar sei, wie sich das Verfahren letztlich für die Eigentümer und ihre Grundstücke auswirke. Andere CDU-Ortsräte stimmten wie er gegen das Umlegungsverfahren.

Ins Schützenhaus gekommen waren auch betroffene Grundstückseigentümer, die die Ausführung teils mitprotokollierten, sich aber nicht zum Thema zu Wort meldeten.

VON NORMAN REUTER

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