Umbau an der Hamburger Straße

Uelzen: Nur noch Eis auf den Bändern des Froneri-Werks

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Künftig ausschließlich Standort für Eis-Produktion: Das Froneri-Werk an der Hamburger Straße. Die Bänder für die Herstellung von Tiefkühlbackwaren stehen still.

Uelzen – Die Produktionsbänder stehen bereits still. Brezel, Plunderteilchen und Croissants werden im Froneri-Werk an der Hamburger Straße in Uelzen nicht mehr hergestellt.

Vor Weihnachten haben sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite bei Verhandlungen dazu geeinigt – denn: verbunden mit dem Aus für die Abteilung zur Produktion von Tiefkühlbackwaren (TKB) ist ein Stellenabbau. Betroffen sind nach Aussage von Froneri-Geschäftsführer Matthias Casanova 85 Mitarbeiter. Steffen Lübbert von der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) spricht indes von 95 Vollzeitstellen.

Matthias Casanova, Froneri-Geschäftsführer.

Nicht jeder, so erklärt Matthias Casanova, müsse das Werk verlassen. Bekannt ist der Froneri-Standort vor allem für die Eisherstellung. Hier würden neue Stellen geschaffen, so Casanova. Steffen Lübbert berichtet von 27 neuen Stellen in diesem Bereich.

Mitarbeiter aus dem TKB-Bereich könnten diese Stellen übernehmen, so Casanova. Details dazu sollen zu Beginn der kommenden Woche im Werk bekannt gegeben werden, berichtet der Geschäftsführer.

Aufgelegt werden soll nach den Aussagen Casanovas auch ein „Freiwilligen-Programm“. Mithilfe dieses Programmes können Beschäftigte von sich aus das Werk mit einer Abfindung verlassen. „Wir hoffen, so betriebsbedingte Kündigungen auf ein Minimum reduzieren zu können“, sagt Casanova.

Als „positiv“ bewertet NGG-Vertreter Steffen Lübbert, dass sich das Unternehmen beweglich bei Lösungen für die Mitarbeiter zeige. So könnten Mitarbeiter, die wenige Jahre vor dem Eintritt ins Rentenalter stünden, statt einer Abfindung auch übergangsweise weiter beschäftigt werden. Auch das angekündigte Schulungsprogramm für Männer und Frauen, die künftig in der Eisproduktion tätig sein werden, findet lobende Worte. Lübbert übt aber grundsätzlich Kritik daran, dass die Abteilung geschlossen worden ist. „Zwei Jahre sind hier nicht genutzt worden“, so Lübbert.

2017 hatte Froneri einen ersten Umbau des Werkes angeschoben. Damals war es zu ersten Entlassungen gekommen (AZ berichtete). Seinerzeit war auch eine Bestandsgarantie für den TBK-Bereich nur bis Ende 2019 ausgesprochen worden. Das Management hätte den Uelzener Standort so gestalten können, dass es auch für die Tiefkühlbackwaren eine Zukunft gibt, moniert Lübbert. Das Management argumentierte zuletzt, dass die Produktionsmengen mit etwa 8000 Tonnen pro Jahr zu gering seien, um wettbewerbsfähig arbeiten zu können.

VON NORMAN REUTER

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