Per Quereinstieg zur Fachkraft

Uelzen: Neuer Ausbildungsgang soll für mehr Personal an Kitas sorgen

Das Team hinter dem neuen Ausbildungsgang (v.l.): Kathrin Phielipeit, Georgsanstalt-Abteilungsleiterin, Schulleiter Andreas Gruner, Maren Kurpierz, DRK-Fachbereichsleiterin Kitas, und Rudolf Dickers, Bereichsleiter Bildung und Qualität.
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Das Team hinter dem neuen Ausbildungsgang (v.l.): Kathrin Phielipeit, Georgsanstalt-Abteilungsleiterin, Schulleiter Andreas Gruner, Maren Kurpierz, DRK-Fachbereichsleiterin Kitas, und Rudolf Dickers, Bereichsleiter Bildung und Qualität. 

Uelzen – Die Uelzener Schulen sind um einen Bildungsgang reicher: Am Donnerstag trafen sich in der ehemaligen Pestalozzi-Schule 22 erwachsene Schüler zur Einschulung in die „Berufsfachschule Sozialassistenz in Teilzeit“ im Klassenverband.

Die Georgsanstalt bietet diesen Bildungsgang zum ersten Mal an. Das Besondere: Die Schüler sind gestandene Erwachsene, die bereits eine Berufsausbildung absolviert haben und bereits in Kindertagesstätten beschäftigt sind.

Der Schulunterricht findet zweimal wöchentlich am Nachmittag und Abend statt. In 18 Monaten geht es dann neben der Arbeit in den Kindertagesstätten zum Abschluss Sozialassistent. Bisher sind die Schüler als sogenannte „QuiK“-Kräfte in den Kindertagesstätten angestellt – und wollen Sozialassistent oder später auch noch Erzieher werden. Schulleiter Andreas Grunert sagte zur Begrüßung der neuen Schüler: „Wir machen das, weil der Bedarf da ist und Ihr Abschluss sehr, sehr stark nachgefragt sein wird.“

Dabei stand der Bildungsgang vor seiner jetzigen Umsetzung mehrfach auf der Kippe. „Noch im Mai sah es nicht ganz so aus. Das DRK hat hart um diese Ausbildung gekämpft. Und den letzten Schüler haben wir gerade heute noch aufgenommen“, sagte Georgsanstalt-Abteilungsleiterin Kathrin Phielipeit. Sie machte deutlich, dass die Georgsanstalt organisatorisch und von den Lehrkräften her vor einer Herausforderung gestanden hat.

Für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) als Träger vieler Kindertagesstätten im Landkreis ist der Ausbildungsgang nicht nur ein Herzensanliegen. Zwar habe man auch so „tolle Erfahrungen mit angelernten Kräften gemacht“, wie Maren Kurpierz, Fachbereichsleiterin Kitas, sagte. Aber den Anstoß zur jetzt eingeleiteten Ausbildung in Teilzeit habe eine Richtlinie des Landes vom Sommer 2017 gegeben. „Wir mussten unsere Kräfte nicht anschieben für die Schule. Viele haben ja ihren alten Beruf aufgegeben für eine neue Ausbildung“, sagt Kurpierz.

Wieder auf der Schulbank: Stephanie Lange (links) und Nicole Ekkel.

„Die wissen, worauf sie sich einlassen“, heißt es beim DRK. Und so sagt Stephanie Lange, die seit Herbst 2018 in der Kita an der Zimmermannstraße arbeitet: „Das Ganze ist ja so eine Quereinsteigergeschichte. Wir hatten ja schon mal Berufe und haben uns für einen neuen Lebensweg entschieden. Ich habe Spaß an der Arbeit mit Kindern.“ Die 31-jährige Mutter zweier Kinder ist wie Nicole Ekkel, die früher als Arzthelferin gearbeitet hat, heute zufrieden. „Ich wollte das schon immer machen“, sagt Ekkel. Jetzt geht sie wieder wie Lange zur Schule.

Die hofft, wie andere auch, noch auf finanzielle Unterstützung des Landes für ihre Ausbildung. 150 Euro monatlich zahlt das Kultusministerium auf Antrag. Doch der Fördertopf ist leer.

„Anträge können erst ab 1. Januar 2020 wieder erfolgreich sein“, sagt DRK-Fachbereichsleiterin Maren Kurpierz. So musste es zur Einschulung noch ohne Zuschuss gehen.

VON CHRISTIAN HOLZGREVE

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