Gertrudenkapelle ist sanierungsbedürftig / Stiftung erhält Geld vom Bund

Uelzen: Nasse Wände im kleinen Gotteshaus

Die 1513 erbaute Gertrudenkapelle in Uelzen ist sanierungsbedürftig. Das Hauptfenster, das zugemauert wurde, soll wieder geöffnet werden. Auch eine Toilette will die Stiftung einbauen lassen.
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Die 1513 erbaute Gertrudenkapelle in Uelzen ist sanierungsbedürftig. Das Hauptfenster, das zugemauert wurde, soll wieder geöffnet werden. Auch eine Toilette will die Stiftung einbauen lassen.

Uelzen/Berlin – Der dunkle Schatten zieht sich die Wand entlang. Das Gemäuer der mehr als 500 Jahre alten Gertrudenkapelle an der Gudesstraße in Uelzen ist feucht.

Jan König aus dem Vorstand der Stiftung, in deren Besitz die Kapelle seit Jahrhunderten ist, deutet auch ins Deckengewölbe. Dort zeigen sich an mehreren Stellen ebenfalls Verfärbungen. „Das sieht nicht gut aus“, sagt er.

Es muss Hand angelegt werden an den historischen Bau. Mindestens 190 000 Euro, so ergaben erste Kalkulationen, werden die Arbeiten kosten. Ihrem Ziel einer Sanierung ist die Stiftung jetzt ein Stück näher gekommen. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat 80 000 Euro aus einem Denkmalschutzsonderprogramm bereitgestellt.

1513 ließ der Uelzener Patrizier Hans Holtsche mit dem Geld aus einer Erbschaft, die seine Frau machte, die Gertrudenkapelle errichten (Siehe Zum Thema). Jan König spricht von einem „starken Stück Uelzener Geschichte“ und meint die Kapelle, die auch heute noch genutzt wird – für Taizé-Andachten, für Messen von verschiedenen Kirchengemeinden, aber auch für Lesungen.

Die Kapelle wird vorwiegend im Sommer genutzt. Es gibt zwar eine Heizung, aber sie ist – wie Jan König erklärt – „Teil des Problems“. Unter der Decke hängt ein länglicher Gasstrahler, der beim Anspringen nicht nur Lärm macht, er sorgt auch für Feuchtigkeit im kleinen Gotteshaus. Im Zuge der Sanierung soll eine andere Anlage zum Heizen eingebaut werden. Auch eine Toilette soll geschaffen werden, die es bisher nicht gibt. Und wenn möglich, so soll das zugemauerte Kirchenfenster am Scheitelpunkt des Chors geöffnet werden. Das Trockenlegen der Kapelle sei aber entscheidend, betont König.

Seit mehreren Jahren ist die Stiftung bereits mit den Sanierungsplänen befasst. Mit dem Geld vom Bund sei man ein gutes Stück weiter, so König. Die beiden Bundestagsabgeordneten für die Region, Henning Otte und Kirsten Lühmann, melden sich zum Beschluss des Haushaltsausschusses zu Wort. Henning Otte erklärt, er freue sich über die Zuwendung. Er habe sich besonders dafür eingesetzt. Die Stiftung sei sehr dankbar für das Engagement, sagt Jan König. Kirsten Lühmann meint: „Ich freue mich, dass Uelzen gerade im Stadtjubiläumsjahr wieder aus diesem Topf gefördert wird. Das ist genau der richtige Zeitpunkt!“ Gut 100 000 Euro benötigt die Stiftung noch für die Sanierung. Jan König sagt, man hoffe auf weitere Zuschüsse.

VON NORMAN REUTER

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