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Uelzener zeigen Flagge gegen russischen Einmarsch in die Ukraine

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Von: Lars Becker

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Der siebenjährige Bruno Barenschee hält ein Schild mit der Aufschrift „Frieden statt Krieg“ in der Hand, daneben stehen sein Bruder Knut (10) und Mika Logemann (7) mit Herzen in den ukrainischen Landesfarben: Zusammen mit 150 weiteren Menschen haben sie am Sonnabend ein Zeichen der Solidarität gesetzt.
Der siebenjährige Bruno Barenschee hält ein Schild mit der Aufschrift „Frieden statt Krieg“ in der Hand, daneben stehen sein Bruder Knut (10) und Mika Logemann (7) mit Herzen in den ukrainischen Landesfarben: Zusammen mit 150 weiteren Menschen haben sie am Sonnabend ein Zeichen der Solidarität gesetzt. © Oliver Huchthausen

Mit blau-gelben Bändern um den Hals als Symbol für die ukrainische Staatsflagge bezeugten am Sonnabendmittag rund 150 Uelzener – die Polizei spricht von bis zu 200 Menschen – ihre Solidarität.

Uelzen – Die Mahnwache auf dem Herzogenplatz, angemeldet von Friederike Knust (Jusos), war Ausdruck des Entsetzens und der Fassungslosigkeit über den von Russlands Präsident Putin angeordneten Einmarsch in die Ukraine.

In Redebeiträgen versuchten Mitglieder verschiedener Bündnisse und Parteien, Sorge und Unverständnis in Worte zu fassen. Bürgermeister Jürgen Markwardt, der nicht als Redner vorgesehen war, griff spontan zum Mikrofon: „Dass so etwas in der heutigen Zeit überhaupt möglich ist, macht mich fassungslos. Man nimmt zwar irgendwie teil und ist doch hilflos.“

„Hier werden Menschenrechte mit Füßen getreten“

Florian Semmler von der Grünen Jugend bekundete seine Solidarität auch mit den vielen Menschen in Russland selbst, die sich trauten, Wladimir Putin zu widersprechen und dafür ohne Rücksicht vor persönlicher Bestrafung auf die Straße zu gehen.

Die 18-jährige Leony Schulz, Schülerin der KGS Bad Bevensen und Mitglied der Jungen Liberalen Lüneburger Heide, ergriff sichtlich bewegt das Wort: „Hier werden Menschenrechte mit Füßen getreten, von einem Autokraten, der nichts anderes als seine persönliche Macht im Kopf hat. Beide Völker leiden unter diesem Diktator.“

„Wind of change“ - ein Song als Symbol für Hoffnung

Johannes Flügge von den Jusos nahm auch Altkanzler Schröder in die Pflicht: „Lieber Gerhard, übernimm‘ endlich Verantwortung!“ An den Kindern ging diese Situation ebenfalls nicht spurlos vorbei: Bruno (7) und Knut (10) Barenschee hielten zusammen mit Mika Logemann (7) Schilder mit blau-gelben Herzen in die Luft: „Wir finden das ganz schlimm. Putin soll aufhören damit, deswegen sind wir hier“.

„Wind of Change“ von der Hannoveraner Band Scorpions ertönte auf dem Herzogenplatz. Einst Zeichen für Aufbruch und Freiheit, wird dieser Song nun zum Symbol der Hoffnung auf ein baldiges Ende des Krieges in der Ukraine.

Tägliche Friedensveranstaltung an der Woltersburger Mühle

Unter dem Motto „Denken – Reden – Schweigen: Gegen den Krieg“ finden von Dienstag, 1. März, bis einschließlich Dienstag, 8. März, an acht aufeinanderfolgenden Abenden Veranstaltungen an den Stationen des Friedensweges der Woltersburger Mühle statt. Jeweils in der Zeit von 18 bis 18.30 Uhr laden die Initiatoren zum solidarischen Miteinander in Uelzen an einem der acht Friedensorte in der Landeskirche Hannovers ein.

von Oliver Huchthausen

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