DNA-Test soll Gewissheit zu Sichtung bringen

Ein Wolf im Uelzener Stadtgebiet?

Der mutmaßliche Wolf lief die Groß Liederner Straße entlang.
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Der mutmaßliche Wolf lief die Groß Liederner Straße entlang.
  • Norman Reuter
    vonNorman Reuter
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Im Uelzener Stadtgebiet ist in der Nacht zu Mittwoch womöglich ein Wolf gesichtet worden. Das Tier wurde von Augenzeugen und der Polizei gefilmt. Durch eine DNA-Bestimmung soll geklärt werden, ob es sich tatsächlich um einen Wolf handelt. Das Tier hatte eine Losung hinterlassen. 

Uelzen – Aufnahmen zeigen, wie das Tier die Groß Liederner Straße entlangläuft. Es durchquert auch benachbarte Straßen: In der Nacht zu Mittwoch ist möglicherweise ein Wolf durch das Uelzener Stadtgebiet gelaufen. Ein DNA-Test soll Gewissheit bringen.

Mietwagenfahrer Tobias Gebbert hat gegen 23.45 Uhr gerade Fahrgäste an Bord, als er das Tier auf der Groß Liederner Straße sieht. „Es stand auf der Fahrbahn in Höhe des Autohauses“, berichtet er im Gespräch mit der AZ. Das Tier läuft vor dem Wagen her, ist aber auch im Seitenbereich unterwegs. Die Entdeckung wird in einem Video festgehalten. Und die Polizei wird alarmiert. Auch der Streifenwagenbesatzung gelingen Aufnahmen.

Das Tier biegt mehrmals ab. Die Polizisten im Streifenwagen befürchten, dass Tier könnte von einem entgegenkommenden Wagen angefahren werden. Letztlich verschwindet es aber in Richtung Oldenstadt.

Auch Wolfsberaterin Katja Hildebrandt-Mertins wird herbeigerufen. Sie sieht das Tier nicht mehr selbst, kann aber die Aufnahmen sichten. Sie sagt: „Es sieht schon sehr wolfstypisch aus.“

Gesichert ist es damit aber noch nicht, dass es sich tatsächlich um einen Wolf handelt. Klarheit soll ein DNA-Test bringen. Der mutmaßliche Wolf wurde dabei beobachtet, wie er auf der Groß Liederner Straße seine Notdurft verrichtete. Von dieser Losung sind Proben genommen und – wie Hildebrandt-Mertins berichtet – an das Wolfsbüro nach Hannover geschickt worden. Das kümmert sich um die Untersuchung. Zweifel bleiben aber zunächst. Denn die Losung habe eher untypisch ausgesehen, so die Wolfsberaterin. Und ein Wolf im Uelzener Kernstadtgebiet?

Das Tier wurde auch von der Polizei gefilmt.

Ralf Munstermann, Leiter des Uelzener Polizeistreifendienstes, berichtet gestern, dass es schon mehrere Wolfssichtungen in den Randbereichen der Stadt gegeben habe – beispielsweise an der B 71 in Höhe Groß Liedern oder bei Ripdorf. Wolfsberaterin Katja Hildebrandt-Mertins erklärt, dass zurzeit Jungtiere das Rudel verlassen, um sich ein eigenes Territorium zu suchen. Dabei könnten Wölfe auch Städte oder besiedelte Gebiete durchlaufen. Solche Durchläufe würden schon mal vorkommen, seien nicht aufzubauschen. „Das Tier wirkte auf den Aufnahmen auch verängstigt“, so Katja Hildebrandt-Mertins.

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