Gewerbebrache am Emsberg steht nun nahezu leer

Uelzen: Leer geräumtes Spielparadies – Altmärker kaufen Geräte

Das große Kletterlabyrinth wird demontiert und in Einzelteilen aus dem Spielparadies getragen.
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Das große Kletterlabyrinth wird demontiert und in Einzelteilen aus dem Spielparadies getragen.
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
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Die Männer kommen ins Schwitzen: Sie tragen schwere Elemente eines Klettergerüsts aus dem Spielparadies am Emsberg in Uelzen. Der Betrieb ist schon seit Langem eingestellt, nach dem Abbau von Spielgeräten am Wochenende steht die Halle nahezu leer. Sie werden künftig in der benachbarten Altmark zu finden sein, wo in Stendal ein Indoorspielplatz eröffnet. Es stellt sich die Frage: Was wird aus der Gewerbebrache in Uelzen?

Gespielt wird hier seit Langem nicht mehr, auch wenn an der Tür des Miranda-Spielparadieses in Uelzen die Öffnungszeiten noch angeschlagen sind und bis zuletzt Klettergerüste und gefüllte Bällebecken durch die Fenster zu erspähen waren. Seit dem Wochenende ist die Halle am Emsberg aber nun weitestgehend leer geräumt. Am Sonnabend wurde noch das große Kletterlabyrinth demontiert und die Elemente in einen Anhänger gehievt.

„Wir haben die Einrichtung weitestgehend gekauft“, sagt Manfred Rücker. Kletterlabyrinth, Riesenrutsche, Trampoline und die Bestuhlung werden künftig in Stendal zu finden sein, wo Rücker mit Steffi Luksch und ihrer Athletiko GmbH als Kooperationspartner im Oktober einen Indoor-Spielplatz auf 3200 Quadratmetern eröffnen will.

Ursprünglich errichtet worden war der nun leer geräumte Komplex am Emsberg in Uelzen 1988 vom Bau-Unternehmer Werner Meyer als Tennishalle, wie dieser gestern der AZ bestätigt. Sie sei dann veräußert worden. Die Tennishalle hatte mehrere Betreiber, wie die AZ recherchierte, bis daraus ein Spielparadies wurde – Uelzenern ist es noch als „Ballorig“-Standort bekannt, bevor es dann unter dem Namen „Miranda“ geführt und geschlossen wurde.

In diesem Frühjahr hatte die Gewerbebrache dann erstmals wieder von sich reden gemacht, als sie von der Stadtverwaltung als möglicher Standort für die Kita am Königsberg vorgeschlagen wurde. Auch ein südlich davon angrenzendes Grundstück im Besitz der Hansestadt Uelzen kam infrage. In der Diskussion erklärte Michael Kopske vom Fachbereich Planung der Hansestadt seinerzeit, dass eine Nachnutzung des Miranda-Centers zwar grundsätzlich möglich sei. Allerdings müsse der Ankauf, der Abriss und eine Entschädigung für eine Fotovoltaikanlage, die auf dem Dach installiert ist, finanziert werden. Mit mindestens einer Million Euro rechnete er.

Ratsmitglieder wie Judith Libuda (Grüne) und Herwig Maaß (UWG) sprachen sich für den Erwerb aus, damit die Zeiten der Gewerbebrache ein Ende haben. Inzwischen ist klar: Die Kita soll auf dem Parkplatz der Pestalozzi-Schule entstehen, der im Besitz des Landkreises ist. „Der Vertrag wird derzeit vorbereitet. Die Zusage des Landkreises besteht“, heißt es dazu von Stadtsprecherin Ute Krüger.

Und was wird aus der nun leer stehenden Halle? Was das bisherige Innenleben betrifft, so erklären Manfred Rücker und Steffi Luksch gegenüber der AZ, dass sie durch „Beziehungen“ in der Branche die Spielgeräte aus Uelzen erwerben konnten. Der Altmark-Zeitung in Stendal berichtet Rücker, dass ein neues Spiellabyrinth mindestens 100 000 Euro gekostet hätte. Das gebrauchte aus Uelzen war mit 30 000 Euro, plus 15 000 für Auf- und Abbau, zwar kein Schnäppchen, aber günstiger.

Der Hansestadt Uelzen sind zur Zukunft der Halle und des Grundstücks „erste Überlegungen in Bezug auf eine Bebauung“ bekannt, wie es auf Nachfrage heißt. „Was genau realisiert werden soll, steht noch nicht fest und kann erst zu gegebener Zeit berichtet werden“, so Stadtsprecherin Krüger. Es ist nicht nur die Liegenschaft im Bereich des oberen Emsberg, für die es eine Lösung braucht. Auch die Pestalozzi-Schule am Emsberg wird perspektivisch gänzlich ausgedient haben, und die Turnhalle der Schule ist baufällig. In Summe reichlich Platz für Anderes.

Der Landkreis als Besitzer des Pestalozzi-Areals berichtet, dass es – mit Ausnahme des Parkplatzes – noch keine Pläne für die Zukunft gebe. Vermarktet würden die Flächen zurzeit nicht.

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